frapp.antville.org
frappieren swV. 'in Erstaunen versetzen, befremden', sondersprachl. Im 18. Jh. entlehnt aus frz. frapper (wörtlich: 'schlagen'), aus frk. *hrapon 'raufen, raffen', zu ahd. *raffon (dass.). Die Bedeutungsentwicklung hin zu 'entfremden' wohl auf Basis des Überraschungseffektes eines plötzlichen Schlages (vgl. ne. striking).
Samstag, 2. März 2002

Protz

Aus der aktuellen Zeit im Wirtschaftsteil: Vier Investmentbanker in London produzierten eine Getränkerechnung von 44.007 Pfund. Obwohl privat beglichen, wurde ihnen mit obiger Begründung gekündigt. Mehrere Flaschen Château Pétrus (der 47er Jahrgang à 12.300 Pfund, der 45er à 11.600 Pfund und der 46er à 9.400 Pfund), ein Montrachet (für bescheidene 1.400 Pfund) und einen hundert Jahre alten Château d'Yquem (9.200 Pfund).

Der Mathematiker fragt sich jetzt natürlich, wie die 7 Pfund in der Getränkerechnung zustande kommen (Aperitif? Digestif? Mineralwasser?) und vermutet, dass es drei Flaschen vom Pétrus waren.

Und was lernen wir daraus: Maßloses Trinken gefährdet den Arbeitsplatz. Sollten die europäischen Arbeitsminister nicht einen entsprechenden Warnhinweis auf Weinetiketten beschließen?

[kellers,  18:06 · referenzieren ·  ]



Horizonterweiterung

In einem Artikel der New York Review of Books zur Frage, ob das Internet zu einer Horizonterweiterung oder -verengung führt, folgendes Zitat David Weinbergers, Betreiber der Website Journal of the Hyperlinked Organization, gefunden:

There is more and more to distract us — more sites to visit, more arguments to jump into, more dirty pictures to download, more pure wastes of time. The fact that the Web is distracting is not an accident. It is the Web's hyperlinked nature to pull our attention here and there. But it is not clear that this represents a weakening of our culture's intellectual powers, a lack of focus.... Maybe set free in a field of abundance, our hunger moves us from three meals a day to day-long grazing.... Perhaps the Web isn't shortening our attention span. Perhaps the world is just getting more interesting.

Darauf dann an ein fröhliches Verankern, Vernetzen und Verweben!

[kellers,  17:52 · referenzieren ·  ]



Der Platz, an dem ich schreibe (Nachschlag)

Ergänzung der vorgestrigen Beschreibung meines Schreibumfeldes: Hinzugekommen ist der Prachtband That's Jazz — Der Sound des 20. Jahrhunderts (2001) und je eine Flasche Talisker und Laphraoig.

[kellers,  15:34 · referenzieren ·  ]


Freitag, 1. März 2002

Marginalien und Annotationen

In einer längeren Bastelsitzung habe ich versucht, dieses Tagebuch um eine Kommentarfunktion zu erweitern. Unter den einzelnen Einträgen taucht jetzt ein Anker namens "annotieren" auf, der einen freien Kommentarservice nutzt. Bin sehr gespannt, da dieser Service angeblich nur mittels Blogger et. al. geführte Weblogs unterstützt. Aber das muss man ja erstmal nicht glauben, wenn im JavaScript dann nur eine Blogger-ID verwendet wird. Und die Generierung einer ID ist mittels meiner Emacs-Konfiguration ja auch kein Problem.

Und natürlich lässt sich YACCS so einfach dann doch nicht missbrauchen. Schade! Also gibt's weiterhin Kommentierung nur per E-Mail. Trauer!

[kellers,  23:07 · referenzieren ·  ]



Angenehme Gefühle

Direkt vor mir auf dem Zeitstrahl wartet das Wochenende.

[kellers,  17:25 · referenzieren ·  ]



Unangenehme Gefühle

Zu den unangenehmen Gefühlen gehört bei mir das Warten auf einen Anruf. Auf den einen Anruf. Warum erhalten nicht-erfolgte Anrufe bloß diesen Charakter von Einzigartigkeit? Und wenn es dann klingelt, bringe ich nur Oberflächlichkeiten hervor. Bis nach dem Auflegen. In der gleichen Sekunde überflutet mein Hirn die Erkenntnis, was ich hätte sagen sollen, können, wollen.

Epochale Schwäche oder Leben ich in der falschen Epoche? Überfordert durch die Instantkommunikation im Netzzeitalter? Dass ich das Schreiben vorziehe, wundert mich da wenig.

[kellers,  16:32 · referenzieren ·  ]


Donnerstag, 28. Februar 2002

Der Platz, an dem ich schreibe

Neben der Ausstellung der Arbeitsplätze und Schreibtische, fände ich auch eine Beschreibung des Schreibkontextes interessant. Um es gleich konkret zu machen:

Ich sitze mit einem Laptop an einem 120 x 80 cm großem Esstisch, der außer einer Flasche Rotwein (ein portugiesischer Tinto) aktuell aber keine richtigen Lebensmittel trägt. Links von der Tastatur findet sich ein angebrochenes Päckchen Tabak, Van Nelle halbschwarz; zugehörige Blättchen finden sich auf der rechten Seite der Tastatur neben dem Aschenbecher. Wo mein Blick gerade auf genau diesen Gegenstand fällt, erspähe ich auch noch ein Honigglas, welches nach dem heutigen Frühstück nicht zurückgeräumt wurde. Daneben dann noch eine Flasche Mineralwasser. Hinter dem Monitor türmt sich ein erster Bücherstapel von Dostojewskis Idiot, Manuel Castells Die Netzwerkgesellschaft, Sven Regeners Herr Lehmann und Michel Houellebecqs Elementarteilchen. In der rechten äußeren Ecke schiebt sich die aktuelle Zeit über das Titelblatt der gerade neu erschienen Ausgabe des Journal Frankfurt.

Daneben kann, wer sucht, auf dem Tisch noch verschiedene Kommunikations-Apparaturen finden: Zwei Fernbedienungen, für den Fernseher und die Anlage und zwei Telefone, das Handy und das Mobilteil des Festnetzanschlusses.

Rechts von mir direkt am Tisch anschließend kragt der zwei Meter tiefe Tresen in den Raum und verhindert den direkten Blick auf den unteren Bereich der Küchenzeile. Direkt an der Wand eine Sammlung diverser Alkoholika, diverse Whiskys (Single Scotch Malts, für den Eigengenuss: Glenkinchie, Macallan, Lagavulin, Cragganmore) sowie eine Flasche Cognac und eine mit Sherry für's Kochen. Daneben noch ein Bücherstapel (wer kauft die bloß immer?!), zuunterst der Indexband meiner Georg Christoph Lichtenberg-Ausgabe, dann Dornseiffs Der Deutsche Wortschatz nach Sprachgruppen und Wladimir Kaminers Schönhauser Allee. Dann noch ein Ordner mit verschiedenen Texten und Artikeln, die ich immer noch mal lesen wollte und darauf noch zwei Suhrkamp-Taschenbücher (1 x stw und 1 x es). Dieser Stapel wird aufmerksam beäugt von zwei Bananen, die sich den Platz in der Obstschale mit zwei Äpfeln und diversen Pampelmusen teilen. In deren Rücken lauert dann noch ein giftgrüner Pons, Globalwörterbuch deutsch englisch. Am Ende des Tresens finden sich dann die administrativen Hinterlassenschaften der Woche, eine Gehaltabrechnung und eine Arztrechnung. Wiederum auf's lockerste vermengt mit Autoschlüssel, Portemonnaie, Zutrittskarte zum Büro und zur Tiefgarage und dem Korkenzieher.

Insgesamt betrachtet, ausreichend zu tun für die nächsten Tage: Lesen & Trinken!

[kellers,  22:44 · referenzieren ·  ]



That's it!

Zitat aus dem aktuellen Salon — oder warum ich froh über mein Alter bin:

"I shouldn't make blanket generalizations, but I will. I can appreciate a nicely formed bod as much as anyone. But men, until about the age of 29, lack conversation." Kathleen Turner, 47, on her lack of interest in men under 30, in the Boston Globe.

[kellers,  08:21 · referenzieren ·  ]



Lebensverlängernde Maßnahme

Schon wieder reichlich spät und noch unentschlossen, ob ich den Wecker für morgen früh eher auf 7:00 Uhr oder 6:30 Uhr stelle, tröste ich mich mit der Erkenntnis aus der Zeit, dass ein nächtliches Schlafpensum von fünf bis sechs Stunden die Lebenserwartung erhöhen soll. Also, Augen auf, Lydia!

[kellers,  00:50 · referenzieren ·  ]



Mas Sexy

Frühlingshafte Gefühle können über den Gehörgang vermittelt werden. Dies hat eben Omara Portoundo durch ihr Konzert in der Darmstädter Centralstation bewiesen. Eindreiviertel Stunde Gute Laune-Musik dieser Grande Dame aus dem Buena Vista Social Club. Achtunddreißig Jahre jünger als sie erblasse ich vor Neid vor dieser Sangesfreude und frage mich, wie man es anstellt, auch in diesem Seniorenclub Aufnahme zu finden.

Omara Portuondo trat mit zwölfköpfiger Band auf und gemeinsam mit diesen Männern wurde Lebensfreude pur gefeiert, inkl. Tänzchen in Ehren kann niemand verwehren, auch der Gitarrist nicht.

Einzige Sorge bereitet die Frage, ob die Frisur von Frau Portuondo nicht dem Tatbestand einer Trade Mark-Verletzung an Walt Disney oder besser Mickey Mouse darstellt, ihr schwarzes Haar so hoch getürmt zu beiden Seiten des Hinterkopfes. Ach, und das "mas sexy" gab diverse Male während des Konzerts die Band nach Soli in Richtung ihrer Frontfrau Omara zum besten.

[kellers,  00:38 · referenzieren ·  ]


Mittwoch, 27. Februar 2002

Auf die Schulter klopfen

dürfen sich alle, die mit Stirnrunzeln und Kritik auf die Einrichtung eines Desinformationsbüros reagiert haben, wie jetzt Telepolis berichtet. Auf die Arbeitsergebnisse wäre ich aber doch, wie angekündigt, neugierig gewesen. Und dass jetzt ein Mangel an staatlichen Märchengeschichten eintritt, ist auch nicht zu befürchten.

[kellers,  15:23 · referenzieren ·  ]



Heringssalat und Sauerkraut

Nicht die Dokumentation einer kulinarischen Verrohung — und ehrlich gesagt: ich mag beides — sondern "nur" Quintessenz des gestrigen Abend. "Passend", dann auch heute dies zu lesen.

[kellers,  08:43 · referenzieren ·  ]



Toilette und Intellekt

Ja, ja, der alltägliche K(r)ampf mit Verstand & Verständnis. [im passepartout und via fragmenten aus ca.]

[kellers,  08:33 · referenzieren ·  ]



A Horrible Title

Das Journal Frankfurt bespricht in der aktuellen Ausgabe den 8fach Oscar-nominierten Film A Beautiful Mind nach gleichnamigen Buch. Die oftmals vorhandene und durchaus goutierte Süffisanz der Kritiken, die vorschnelle, ungerechte aber treffliche Wertung lese ich immer wieder gerne. (Und schaue dann doch nur die Filme, die mich interessieren bzw. für die mich jemand begeistert.)

Aber: Die Artikelüberschrift Mathe macht doof bringe ich erstens in keinem Zusammenhang mit dem Inhalt des Films oder auch der nachfolgenden Kritik. Und dass zweitens damit auf die im Film thematisierte paranoide Schizophrenie des Mathematikers Nash angespielt wird, mag ich einfach nicht unterstellen. Meine Ungehaltenheit wurde dann weiter dadurch angefeuert, dass ich dort lesen musste, der Held (dargestellt durch Gladiator Russell Crowe) erhielte als verdienten Lohn den Nobelpreis. Ein wenig mehr Sorgfalt, bitte! Einen Nobelpreis für Mathematik gibt es nicht, gab es nie und wird es aufgrund der Abneigung des Herrn Alfred Nobel gegen diese "Kunst" auch nie geben. Äquivalent, aber wertvoller, da olympisch nur alle 4 Jahre vergeben, ist die Fields-Medaille. Die Realweltvorlage John Forbes Nash, Jr. erhielt 1994 den Nobelpreis für Ökonomie (irgendwie auch kein originaler Nobel) für seine Errungenschaften in der Spieltheorie "for his pioneering analysis of equilibria in the theory of non-cooperative games"). Aber auch in der IMDB findet sich diese Verkürzung. Arme Glamour & Glitter-Welt?!

[kellers,  07:59 · referenzieren ·  ]


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