frapp.antville.org
frappieren swV. 'in Erstaunen versetzen, befremden', sondersprachl. Im 18. Jh. entlehnt aus frz. frapper (wörtlich: 'schlagen'), aus frk. *hrapon 'raufen, raffen', zu ahd. *raffon (dass.). Die Bedeutungsentwicklung hin zu 'entfremden' wohl auf Basis des Überraschungseffektes eines plötzlichen Schlages (vgl. ne. striking).
Freitag, 8. März 2002

Demokratische Preisfindung

Hübscher Vorschlag, den JRB im macht: Am 22. September erhält die Partei die Stimme, deren Schmiergeldsaldo am geringsten ausfällt. Das könnte ja endlich «Aufklärung» in diesem unserem Lande befeuern. Nötig wäre es mal!

[kellers,  09:10 · referenzieren ·  ]



Aussehen und Ansehen

Überraschung an diesem Morgen. Neue Gewänder bei Andrea und Stefan. Mir haben — glaube ich — die alten besser gefallen. Neue Frühjahrsmode? Der nächste Herbst kommt bestimmt! {notelink "" "08:41" "erinnern"}

[kellers,  08:41 · referenzieren ·  ]


Donnerstag, 7. März 2002

Rauschen im Blog- und Blätterwald

In der aktuellen Zeit im Feuilleton ein Artikel über The Notwist. Dürfte auch den einen oder anderen Mit-Blogger interessieren, wenn ich mich der diversen Einträge zum «now listening» recht erinnere.

[kellers,  21:03 · referenzieren ·  ]


Mittwoch, 6. März 2002

Ein Wochenende mit René Pollesch?

Gestern erst lobend den Frankfurter Mousonturm erwähnt und schon stoße ich heute [via jump cut] auf diese Empfehlung eines Artikels in der taz des auch hier geschätzten Ex-SPEXlers Diedrich Diederichsen. Warum nur wird nicht auf den vollständigen Artikel in Theater heute verwiesen? Oder wurde nur im heutigen Fang der Perlentaucher gepuhlt?

Vor Beantwortung der Frage "Noch ein weiteres Ticket?" steht mal wieder reichlich Lesestoff. Hier für alle Kurzentschlossenen: René Pollesch gastiert vom 7. bis zum 9. März mit "Heidi Hoh 3 — die Interessen der Firma können nicht die Interessen sein, die Heidi Hoh hat" in Frankfurt.

[kellers,  14:25 · referenzieren ·  ]


Dienstag, 5. März 2002

Muy Mousonturm

Die Tickets für Marc Ribot Y Los Cubanos Postizos sind da. Und dabei heute auch noch das aktuelle Programm des Mousonturm gesichtet. Kurzentschlossen dann auch noch eine Karte für den Abend mit John Butcher / Eberhard Hirt und Caspar Brötzmann / Michael Wertmüller pol 7 festival neue musik gekauft. Wer den Vater nicht ehrt, ist des Sohnes nicht wert?! Einziger Anhaltspunkt für diese Entscheidung war der Name "Brötzmann": Caspar ist der Sohn des berühmt-berüchtigten Free-Jazzers Peter. Ihn, den Vater habe ich mal vor Jahren mit Last Exit live in Unna gesehen. Walrossig! Und von Sohn Caspar ist das Projekt Caspar Brötzmann Massaker noch in schaurig-schöner, brachialer Erinnerung. Und mit Sonic Youth hat er auch zusammengearbeitet, wie dem Programmheft zu entnehmen ist. Na, das passt ja hierzu!

Aber zurück zum Herrn Ribot, aus dem Programmheft, Einfügungen des Autors in Klammern:

Der aus New Jersey stammende Avantgarde-Jazz-Gitarrist Marc Ribot ist seit langem nicht mehr aus der New Yorker Musikszene wegzudenken. Dort machte er Musik (sic!) mit John Zorn (sic!!) und den Lounge Lizards, stand mit Arto Lindsay, Elliot Sharp, Elvis Costello, Tricky und Tom Waits (sic!!!) im Studio und auf der Bühne. Das Ensemble, mit dem er sein achtes "Solo"-Album Marc Ribot Y Los Cubanos Postizos einspielte, hat er nun für seine Platte "Muy Divertido" und eine Europatournee wiederbelebt — ein Tribut an den legendären kubanischen Komponisten und Bandleader Arseñio Rodríguez und dessen Songs der früher 40er und 50er Jahre. Dabei haben Marc Ribot und seine Band einen ganz eigenen Sound gefunden. Zum rhythmisch musikalischem Erbe werden Rock und Soul gemischt, die Klassiker — mit größter Lust und Laune — zerdehnt, paraphrasiert und überschmeichelt.

Bin sehr gespannt. Als Marginalie: Alleine der Titel Yo, I Killed Your God hat mich zum Erwerb meiner letzten Ribot-CD bewogen, erschienen auf John Zorns Label Tzadik, welches sich der der "Radical Jewish Culture" verschieben hat.

[kellers,  23:12 · referenzieren ·  ]



Googlefizierung

Nach Google-Whacking jetzt Google Bombing? Oder auch hier. Da dann auch der Artikel, wie & warum Weblogs Google bedrohen. [via henso] Weniger euphorisiert zeigt sich kerleone.

[kellers,  16:44 · referenzieren ·  ]



Plattencover & Kunst

1. Velvet Underground & Nico & Andy Warhols Banane. 2. Daydream Nation von Sonic Youth & Gerhard Richters Kerze. 3. Ornette Colemans Free Jazz & Jackson Pollocks White Light

Auch ein Ansatz ein Kunst- und Musiksammlung aufzubauen. Weitere?

[kellers,  12:08 · referenzieren ·  ]



Bockenheimer Balzverhalten

Nach den vorabendlichen Stimmungsschwankungen und Aufwühlungen noch einen netten Abend mit C***** im Bockenheimer Weinkontor verbracht. Diverse Gläser Lugana, höfliches Geplauder. Gerade per E-Mail erfahren, dass C*****s Erinnerungen leider etwas getrübt sind:

Sag mal.... - fandest du auch, dass das gestern zu viel Wein war, oder hast du ihn gut verkraftet? Ich glaube, ich muss mich jetzt wirklich mal ein bisschen zusammenreißen...

Morgendliche Selbstermahnungen, die sich spätestens am selben Abend wieder in Wohlgefallen auflösen. Außerdem trinke ich Wein auch nicht zu meiner sportlichen Ertüchtigung, sondern einfach, weil er mir schmeckt und den Gang der Gedanken auf oftmals neue, interessante Bahnen lenkt. Oder eben ausreichend sediert.

Das eigentlich bemerkenswerte des Abends war aber die Überreichung eine Visitenkarte an C***** und weiteres Balzverhalten. An der Theke stehend darauf angesprochen zu werden, dass das "baggern" früher auch anders gelaufen wäre, dabei drei Gläser Prosecco ordernd, für ihre Bekannte und den graumelierten Herrn in Anzug und Krawatte, Typ Geschäftsmann von Welt, mit offensichtlichem Interesse an dieser. Und neben mir die Echauffage, dass sich dieser gutsituierte Herr von den beiden Frauen einladen lasse?! O tempora, o mores!

Ach ja, die Visitenkarte: Höchst köstlich war vor allem die Art der Überreichung. Nämlich durch E****s weibliche Begleitung, die mit der Frage an C***** und mich herantrat, ob wir ein Paar seien um dann nach Verneinung die Visitenkarte zu überreichen?!? {notelink "" "09:40" "erinnern"}

[kellers,  09:40 · referenzieren ·  ]


Montag, 4. März 2002

Wo ich gerade am Kotzen bin

Wann habe ich eigentlich unseren Herrn Bundesverteidigungsminister Scharping das letzte mal ohne diese nölenden, zurechtweisenden, verschnupften Ton gehört? Muss Äonen her sein. Ausländische Politiker genießen in deutschen Nachrichtensendungen die Gnade der späten Synchronisation. Haben sich die Parteien eigentlich schon mal überlegt, wie sich stimmliche Anmutung oder Zumutung auf ihre Wählbarkeit auswirkt? Auf der anderen Seite der Mitte erschaudert mich das antrainiert-machtvolle bei Frau Merkel.

Nach diesem Schlenker zur politischen Ausgewogenheit eine Klarstellung: Ja, obige Aussagen verfestigen den Weg in eine Mediendemokratie, beschleunigen die inhaltliche Entleerung des gesellschaftlichen Diskurses, trivialisieren die politische Auseinandersetzung; und entsprechen überhaupt mich meinem Politikverständnis.

Aber schön, das mal gesagt zu haben!

Und hat jemand bemerkt, wie häufig die Vorsilbe "Aus" hier Verwendung findet?!

[kellers,  20:30 · referenzieren ·  ]



Änderungen in Sicht

Der kommende Mittwoch verspricht die Chance einer langersehnten, dringend erforderlichen Änderung in meinem Beruf. Weniger Belanglosigkeiten, weniger Flucht in das Eigenbrödlertum, weniger Abstraktion, weniger Thema, mehr Tat.

[kellers,  20:27 · referenzieren ·  ]



Der destruktive Charakter

Der Titel ist heischt nach einem "kulturell wertvoll", scheint mir ganz passend zur Beschreibung meines aktuellen Befindens. Sich eingezwängt zu fühlen schreit mal wieder lauter nach der großen Tat, der Großtat. Und wenn ich mich des Textes richtig erinnere, so postuliert Walter Benjamin darin auch keinen Vorwurf, keine Ablehnung, keine Anklage, sondern im Gegenteil: Die schöpferische Kraft, deren Entfaltung vorherige Zerstörung bedingt.

Was daraus folgt? Für mich? Keine Ahnung!

[kellers,  20:16 · referenzieren ·  ]



Drei Flaschen Pétrus

Antwort auf noch offene Fragen: Bier, Champagner, Fruchtsaft und Wasser für 102 Pfund. Zigaretten für 5 Pfund. Der Rest der Getränkerechnung dann für Wein, wie erwähnt.

[kellers,  12:58 · referenzieren ·  ]


Sonntag, 3. März 2002

Erhöre mich!

Tiefverschüttete Erinnerungen erweckt der Artikel Erhöre mich! in der Zeit. Spannend auch die entsprechende Debatte. Besonders schön die folgende Erläuterung:

Was ist ein Gitarrenriff? Eine sich wiederholende Struktur in der Rockmusik, die von der Rhythmusgitarre gespielt wird und das Grundgerüst eines Songs ausmacht. Beispiel: Smoke on the water (Deep Purple) <Play> Bam Bam BAM Bam Bam DABAM Bam Bam BAM Bam Bam <Repeat bis zum Umfallen>

[kellers,  13:45 · referenzieren ·  ]



Was auf die Ohren

gab es für mich beim gestern verwirklichten Besuch der Ausstellung Frequenzen [Hz] in der Schirn. Hier der Flyer zur Ausstellung und mit den Daten weiterer ausstellungsbegleitender Performances. Die Exponate betreiben die Immersion verschiedener optischer und akustischer Erfahrungswelten mit ausdrücklichen Nichterfahrungswelten wie Schwankungen des Stromnetzes der Ausstellungshalle, radioaktiver Umgebungsstrahlung und nieder- oder hochfrequenten Tönen an oder jenseits der Hörbarkeitsgrenze und transformieren dieses in Sound- and Lightscapes. Teils witzig, teils verwirrend, teils beängstigend, teils beklemmend. Vieles hinterließ bei mir gemischte Gefühle. Ansprechend? Nur einiges!

Gefallen hat die Installation Graceful Degradation von Farmersmanual: Ein zentrale Bodenprojektion von digitalem Rauschen, laut Hinweistafel Resonanzen verschiedener Übertragungsprotokolle wie Ether- und Internet, umgeben von auf gleiche Weise erzeugtem Sound aus vier in den Ecken der Raumdecke montierten Lautsprechern. Interessant war dann die Einbindung des Betrachters über eine Kamera, die die Bodenprojektion "observierte" und diese Projektion verfremdet mit dem allgemeinen Rauschen überlagerte. Diese Einflussnahme verführte dann doch zu einem kleinem Steppen auf der Projektion, belohnt durch kleine Soundexplosionen und grünen Zielfenstern, die die jeweilige Fußposition verfolgen.

Von Ryoji Ikeda konnte eine klaustrophobische Installation begangen werden: Ein 27,5 Meter langer, verdunkelter, schmaler Gang, durch Laserlicht in fünf Segmente unterteilt, die den Eindruck eines sich verengenden, immer niedriger werdenden Tunnels hinterließen. Sinuswellen beschallten diesen Gang, synchronisiert mit grellen Blitzlichtern. Nach wenigen Metern war ich der Distanz nicht mehr gewiss und das wiederkehrende Blitzlicht blendete die mühsam geschaffene Orientierung immer wieder aus. Am gewähnten Ende tastete ich mich mit aller Vorsicht, unentschieden, ob sich Gangende oder ein weiterer Laserlichtrahmen vor mir befand. Die Blitzlichteffekte erinnerten mich unwillkürlich an die Momente des Erinnerungsverlustes in Memento oder des Orientierungsverlustes Mulholland Drive. Wenn das Purgatorium durch einen Techniker errichtet wurde, würde ich es mir so vorstellen, nur schmerzhafter. [Wobei: am Eingang des Ganges, der nur einzeln betreten werden konnte, wurde auf Risiken für Schwangere, Klaustrophobie, Schwindelanfällige hingewiesen. Kunst auf eigene Gefahr! Andere Installationen versprachen Übelkeit, Unwohlsein, ...]

Die Transformation von Stromnetzschwankungen via Oszilloskop in ein LCD- und Klangprojektion stammt von Carl Michael von Hauswolff mit dem Titel Parasitic Electronic Seance. Bunt & schräg.

Laut und schräg wurde es dann auf der Performance von Mazk (Masami Akita, Zbigniew Karkowski), Florian Becker und coH. Der erste Beitrag demonstrierte live die Bastelmöglichkeiten per Software (für die Interessierten: AudioMulch), dem das Publikum via Projektion auch zusehen konnte. Das laute Finale bestand dann in einer mutwilligen Rückkopplung der verschiedenen Sound- und Effektfilter. Der mittlere Beitrag, auch laut, mir ist aber nur in Erinnerung geblieben, das der "Künstler" hinter seinem Apple-Notebook ausreichend Zeit für eine Dose Warsteiner hatte. Das Duo Karkowski / Akita war auch laut, aber für meine Ohren am musikalischten. Herr Akitas Kinn verbrachte die gesamte Performance gestützt auf seiner rechten Hand, die linke regte sich ab und an auf der Tastatur des Notebooks. Herr Karkowskis Einsatz auf seiner Tastatur war ähnlich engagiert, parallel adjustierte er aber noch diverse Male das Mischpult. Bei allem High Tech-Einsatz war sein Einsatz eines Feuerzeugs, um die Regler des Mischpults zu erkennen, besonders charmant. Künstlerischer Ausdruck oder einfach Mangel an Licht? Auf jeden Fall "rätselhafte" und Dezibel-reiche Performances.

Dank gilt der Schirn für die zur Verfügung gestellten Ohrenschützer!

[kellers,  12:20 · referenzieren ·  ]


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