frapp.antville.org
frappieren swV. 'in Erstaunen versetzen, befremden', sondersprachl. Im 18. Jh. entlehnt aus frz. frapper (wörtlich: 'schlagen'), aus frk. *hrapon 'raufen, raffen', zu ahd. *raffon (dass.). Die Bedeutungsentwicklung hin zu 'entfremden' wohl auf Basis des Überraschungseffektes eines plötzlichen Schlages (vgl. ne. striking).
Montag, 21. Oktober 2002

Virtualisiertes Leben

Fehlt noch was zu meinem virtuellen Drogenleben? Nach Nikotin jetzt Koffein, auf Wunsch mit Zigarette! [via da/tom]

[ak,  11:55 · referenzieren ·  ]



Provinzindikator Dauerwelle

Es musste mal wieder sein. Meine Schwestern besucht und Samstag abends über die örtliche Krimes gezogen. Bierbuden-Crawling bei einstelligen Temperaturen und ich kämpfte mit dem Ausbruch einer spontanen Dauerwellenallergie. Graublond gebleiche, auf Korkenzieher getrimmte Mähnen, je fisseliger, desto besser. Und jedes Abwenden des Blicks beförderte neue Exemplare in mein Blickfeld. Ich geriet in ein Rotieren, das mit den Karussells konkurrierte. Erkenntnisgewinn: Dauerwellen als Provinzindikator.

Nachdem die Frauen von meinen Schwagern nach Hause geschickt worden waren — so ist das auf dem Land! —, ging es in den lokalen Tanzpalast. Neue Allergieerreger, aber auch Lustiges zu gucken. Nach einer Stunde hatten mich meine Schwager verloren (oder ich sie). Auf den Tanzflächen Musik wie Unkraut, diese unausrottbaren Klassiker der Pop- und Rockgeschichte. It's raining men. Darauf vor allem die Frauen (und ich), an den Bars die Männer bei Cola-Korn, was mir aufgrund des Verlustes meiner Begleiter erspart blieb. Weitere drei Stunden später hatte ich genug gesehen, fürchtete keinen weiteren Erkenntnisgewinn und vertraute mich dem Chipkarten-System an der Kasse an, um zu gehen.

[ak,  01:06 · referenzieren ·  ]


Freitag, 18. Oktober 2002

Weblog als Printausgabe?

Déjà Vu beim Zerlegen der Zeit: Beigelegt ist ein Heftchen von Herstellern von Rollendruckpapieren, Zeitungs-und Magazinpapierherstellern sowie diversen Zeitungs-und Zeitschriftenverlagen. Und erinnern tut der Titel an das Bloghaus.

[ak,  17:29 · referenzieren ·  ]


Donnerstag, 17. Oktober 2002

Nicht so gut

Meiner Frisörin ging es in letzter Zeit nicht so gut. «Du weiß, mir ging's im Sommer nicht so gut, emotional.» Ich versuche mir auszumalen, welche Implikationen diese Aussage für meine Frisur bedeutet. Auf dem Frisörstuhl sitzend blicke ich grimassierend in den umschnörkelten Spiegel. Im Laden lockert Dave Brubecks Take Five die Anspannung nach meiner Kapitulation vor den Ideen M*****s. Ausdünnen hier, Volumen aufbauen da, und am Ende wird mit geligem Tiegelinhalt eine Wuscheligkeit herbeimassiert, deren Rekonstruktion vor dem eigenen Spiegel mit den eigenen Händen absolut unmöglich ist. Werde morgen früher aufstehen müssen. Nicht so gut.

[ak,  22:11 · referenzieren ·  ]


Mittwoch, 16. Oktober 2002

Mund abputzen

Scheint sich zu einem neuem idiomatischen Ausdruck zu entwickeln, Mund anputzen. Trainer, Spieler, und Kommentatoren zum Spiels der deutschen Nationalmannschaft. Nun denn. Ende der Berichterstattung.

[ak,  22:45 · referenzieren ·  ]



Familienbande

Wenn es exakt zur Halbzeitpause von Deutschland gegen Färöer klingelt, und man weiß, es ist der Vater, um sich nach der persönlichen Befindlichkeit zu erkundigen, ist das schon Verständnis?

Wenn es exakt zur Halbzeitpause klingelt, und man ein gewisses Gefühl von Ertapptheit verspürt, ist das schon peinlich?

Gerade läuft die 82. Minute, und mit mit viel Glück ist die deutsche Mannschaft dem 2:2 entgangen. Und Herr Beckmann kommentiert, sie verschöben sich zu wenig.

[ak,  22:13 · referenzieren ·  ]


Dienstag, 15. Oktober 2002

Der Kreis schließt sich

Morgens im Dunkeln aufstehen. Abends im Dunkeln heimkehren.

[ak,  19:07 · referenzieren ·  ]



Chemie für den Herbst

Die Behausung benötigt wieder den durchgängigen Heizungsbetrieb. Die Belaubung färbt sich um von Grün auf Gelb. Und der Economist widmet dem Schauspiel einen Artikel über Chlorophyll, Carotenoide und Anthocyanine.

[ak,  12:01 · referenzieren ·  ]


Montag, 14. Oktober 2002

Und Du sollst Deine Mails richtig lesen!

Zu Verabredungen erscheine ich generell zu früh. Aber 24 Stunden zu früh? Zwei Pint förderten die Einsicht, den Abend im hier vorzeitig, aber gesundheitsförderlich zu beenden.

[ak,  22:24 · referenzieren ·  ]



Klappentexte

Hier noch die Ergänzung zu meiner Klappentext-Kritik. Die Perlentaucher liefern zu Antje Radic Struvels Fremd Gehen folgenden Auszug:

Daniel Stillmann, Student im siebten Semester der Mathematikwissenschaft, mag keine Probleme, für die es genau zwei einander widersprechende Lösungen gibt - weder in seinen Gleichungen noch im Leben.

Widersprüchlichkeiten im Leben sind mir durchaus bekannt, aber in der Mathematik? Contradiction in adjecto, meine ich.

[ak,  09:12 · referenzieren ·  ]


Sonntag, 13. Oktober 2002

Literatour

oder: Wie Bernd Rauschenbach meine Abendgestaltung bestimmte

Der Schnürsenkel meines rechten Schuhs scheint heute wenig von Knotentheorie zu halten. Jetzt hier auf den mit knallblauer Auslegware markierten Gängen der Halle 3 auf der Frankfurter Buchmesse gegen diese Auflösungserscheinung zu vorzugehen verbieten die allgegenwärtigen am Eingang verteilten Taschen des ZVAB. Jetzt am späteren Sonntag nachmittag gut gefüllt mit Werbematerialen und geklauten Büchern stacheln die spitzen Ecken der Taschen zum steten Weitergehen an. Die Sitzplätze auf den benachbarten Verlagsständen sind besetzt mit versonnenen Lesern von Klappentexten:

Irgendwo (Mare? S.Fischer? Eichborn?) hatte ich über den Protagonisten erfahren, er sei ein Mathematik-Wissenschaftler. Hallo Werbeabteilung, die Leute, so merkwürdig sie auch sein mögen, heißen immer noch — schlicht und einfach — Mathematiker!

Im Stand der Arno Schmidt-Stiftung finde ich Platz und Ruhe, mich sicher meinem Schnürsenkel und dem Blättern in der kommentierten Faksimilie-Ausgabe von Seelandschaft mit Pocahontas zu widmen. Bernd Rauschenbach schenkte mir einen kritischen «Was macht denn der da»-Blick, lässt mich aber weiter in den kartongrauen Bänden blättern, und überzeugt alsbald eine englisch sprechende Interviewerin, vorher doch noch ein Glas Wein zu trinken. Gute Idee! Kühlschrank, ich eile!

[ak,  23:13 · referenzieren ·  ]


Donnerstag, 10. Oktober 2002

Literature Bureaucratique

«Ein Überstück ist für Ihre Unterlagen bestimmt.» Ein Stück, das mir so über ist.

[ak,  23:04 · referenzieren ·  ]


Mittwoch, 9. Oktober 2002

Stationen einer Reise

Frankfurt · Gant · Calais · Montford Bridge · Dublin · Shankill · Bray · Roundwood · Rathdrum · Glendalough · Wicklow Gap · Moone · Castledermot · Kells · Kilkenny · Clonmacnoise · Boyle · Carrowkeel · Carrowmore · Céide Fields · Downpatrick Head · Crossmolina · Castlebar · Newport · Westport · Louisburgh · Delphi · Clifden · Roundstone · Rossaveal · Salthill · Galway · Inishmore · Lisdoonvarna · Doolin · Ballyvaughan · Black Head · Poulnabrowne Dolmen · Corofin · Ennis · Bunratty · Tralee · Dingle Pensinsula · O'Connors Pass · Dingle · Clogher Head · Slea Head · Inch · Killarney · Bantry · Cork · Castletohills · Midleton · Cashel · Clondalkin · Dublin · Dover · Oostende · Frankfurt

«A way a lone a last a loved a long the riverrun, past Eve and Adam's, from swerve of shore to bend of bay, brings us by a commodius vicus of recirculation back to Howth Castle and Environs.»

[ak,  23:51 · referenzieren ·  ]



Der Geruch alter Bücher

Folienverschweißte Bücher riechen nicht. Und trotzdem werde ich am Wochenende die Buchmesse besuchen und mich sehnsuchtsvoll an den Geruch von Pergament und altem Leder im Long Room des Trinity College, Dublin erinnern.

[ak,  17:59 · referenzieren ·  ]


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