frapp.antville.org
frappieren swV. 'in Erstaunen versetzen, befremden', sondersprachl. Im 18. Jh. entlehnt aus frz. frapper (wörtlich: 'schlagen'), aus frk. *hrapon 'raufen, raffen', zu ahd. *raffon (dass.). Die Bedeutungsentwicklung hin zu 'entfremden' wohl auf Basis des Überraschungseffektes eines plötzlichen Schlages (vgl. ne. striking).

Erkenntnis in Theorie & Praxis

Mach Dir ein Bild von Deiner Nachbarschaft: Heute abend bei dem Go-Betweens-Konzert in der Darmstädter Centralstation die Herren Tom Paul und Alex. Mal schauen, ob es mit der Erkenntnis klappt.

[ak,  17:49 · referenzieren ·  ]



Summer in the City

Langsam sinken die sommerlichen Abendtemperaturen. Zunehmende Dunkelheit verschmilzt das frische Grün der Kastanien mit dunkelblauer Dämmerung. Dichte weißblühende Dolden spielen Milchstraße über der Allee. Vor mir auf dem Teakholztisch flackert ein rotwandiges Friedhofslicht in pergamentener Frühstückstüte. Daneben Buchsbaum in Tontöpfen. In meinem Cappuccino sinkt die samtige Milchdecke unter der Zuckerlast zusammen. Überbrückungsgetränk beim Warten. Ich setze mir (nicht eher ihr?) ein Frist von dreißig Minuten. Meine Wette mit mir, dass sie sich verspätet, habe ich gewonnen. Auf meinem Gesicht vermute ich ein schmunzeln. Dennoch ertappe ich mich dabei, wie ich mein Mobiltelefon auf verpasste Anrufe oder Nachrichten prüfe. Hinter mir studieren Franzosen die Karte und bestellen bei dem Kellner Gauloises Rouge. Am Nebentisch unterhalten sich zwei Männer in Hemd und Krawatte über Wohnqualitäten in Hamburg und Darmstadt, um dann die enorme Trinkfestigkeit irischer Geschäftspartner zu bewundern. Auf der anderen Seite des hölzernen, aufgebockten Außensitzes des Lokals schwärmen zwei über die Wohnung einer gemeinsamen Bekannten in Paris, 19. Arrondissement. In mir grübelt es, ob sie vielleicht im Innenraum auf mich wartet. Meinen Kontrollgang kaschiere ich mit einem Toilettenbesuch. Sie ist noch nicht da.

Mit einem Anruf nach Ablauf der halben Stunde dirigiere ich sie auf den letzten Metern durch Frankfurt. Ein vorsichtig tastendes Gespräch entspinnt sich und verknäult die Themen in frei assoziierender Abfolge. Thailand und New York, Marc Ribot und Maria João, Jazz Festival Moers und Mousonturm, Frankfurt und Marburg, Stadturlaub und Bergwandern. Immer wieder kleinere Vorstöße in privatere Gefilde, und immer wieder galantes Zurückweichen auf Generelles, Allgemeines. Radeberger macht das Gespräch geschmeidiger, der Themenlauf schlägt nicht mehr so enge Haken, Pausen im Gespräch werden nicht sofort mit neuen Erzählungen gefüllt. Wir bestellen noch ein Bier. Die laue Luft wird frisch. Beiläufig versuche ich den Winkel zu bestimmen, den ihre Augenbrauen beschreiben. Die gedankliche Gesichtsvermessung macht mir mein Gegenüber vertrauter, bekannter. Die Terrasse leert sich und nach Mitternacht sind wir die letzten Gäste. Der schmächtige Kellner mit den rötlichen Haaren schaut noch mal vorbei. Wir fragen, ob wir den Außensitz verlassen müssen. Wir müssen nicht, bleiben noch einige Minuten, schweigend, staunend ob der Ruhe, die wir uns gegenseitig mit gedämpften Stimmen bestätigen. So darf der Sommer bleiben.

[ak,  11:03 · referenzieren ·  ]



Und, wie geht's?

Wie fühlt man sich eigentlich, frage ich mich, wenn man erfährt, dass der ehemalige Arbeitgeber insolvent ist? Antwort: Unberührt. Mir wird schwindelig an den Rändern der Abgründe, die sich in mir auftun.

[ak,  18:46 · referenzieren ·  ]



Machen Sie sich ein Bild

Vom neuesten Trend: Viviane M***. [1| 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7]

[ak,  09:44 · referenzieren ·  ]



Gutes Argument.

Verteidigung des Expertentums vor dem Elitismusvorwurf: »A little understanding of fine cognacs – as opposed to cheap brandy – can not only spare one a few headaches but lead to a far more satisfying gustatory experience. And reading what the experts have to say about them can help one work through the process, saving considerable time, money and pain.« (St. Louis Today, via A&L daily)

[ak,  16:54 · referenzieren ·  ]



Wieder da, ...

... nur noch etwas zeitzonenderangiert. Pause beendet.

[ak,  18:47 · referenzieren ·  ]



Wünsche Schöne Feiertage!

vom Times Square

[ak,  17:08 · referenzieren ·  ]



Klassischer Frühling in Frankfurt

Blühende Bäume, weiß und rosa, kolorieren die Taunusanlage. Und Goethe und Schiller grünspanen unbeteiligt vor sich her.

[ak,  14:47 · referenzieren ·  ]



Draußen nur Kännchen

Fällt mir dazu ein. Mich überfordert die neu in bundesrepublikanische Innenstädte eingezogene amerikanische Kaffeekultur mit ihrer kombinatorischen Vielfalt. Mir reichen Cappuccino und Espresso.

[ak,  21:43 · referenzieren ·  ]



Recherche du souvenir perdu.

Mein Blick löst sich von den milchglasigen Wandstrahlern mit ihrem angenehm diffusen Licht, als sie wieder in der Bar auftaucht. Die Die Hintergrundbeleuchtung der Rückwand gibt mit einem Farbwechsel das Signal für die Änderung der Richtung an wenigen, spärlich besetzten Tischen vorbei zu unserem Tisch. Mein Kinn locker in der Hand verankert beobachte ich ihren beschwingten Gang. Die Arme, forsch schwenkend, beiderseits der taillierten Kostümjacke wie abgespreizt wirkend, enden in lose eingerollten Fingerfäusten. Ihren Gangrhythmus akzentuiert sie, fast unmerklich, mit leichtem Neigen des Kopfes nach links, rechts und wieder links. Sie setzt sich mit einer leichten Drehbewegung des Kopfes. Die schulterlangen, blonden Haare nehmen wieder Platz auf den Schulterpolstern. Die Ellenbögen aufgestützt, nimmt sie das Gespräch mit ihren schlanken Händen wieder auf. Betonungen erfolgen durch ein kurzes Zurückstreichen der Haare hinter die Ohren. Beiderseits ein kleiner, 5 Centstück große Ringe, links flankiert durch zwei weitere Stecker. Ihre kleinen und sehr runden, wachen Augen blicken eng beieinander stehend durch ellipsoide Gläser in einem lackschwarzen Brillengestell auf schmaler, schlanker Nase. Auf ihrer Stirn schimmert perlmuttig das lichte Gespinst feiner blauer und rötlicher Äderchen. Sind Vegetarier dünnhäutiger?

Beim Gehen nehme ich die Tasche mit den Unterlagen für ihr morgiges Referat. In der U-Bahn setzen wir unserer Gespräch, gegenüber sitzend, fort. Willy-Brandt-Platz. Sie steigt aus. Die Ansage der nächsten Station nach der Weiterfahrt sagt mir, dass ich auch hätte umsteigen müssen. Nach der Unterquerung des Mains nehme ich die Straßenbahn. Die winklige Linienführung läßt die Fahrgestelle kreischen. Und ich kann mich nicht an ihre Augenfarbe erinnern.

[ak,  20:36 · referenzieren ·  ]



Saumselig

Auch ein schönes, bewahrenswertes Wort. Aus dem Zeit Leben zum Thema "Zeit". Hübsch die Gegenüberstellung von Pünktlichkommern und Zuspätkommern. Nur wo Bleiben die Wonnen des Zufrühkommers: Der Genuß, Gastgeber ungeschminkt bei letzten panischen Vorbereitungen zu treffen. Den Verabredungsort, Kneipe oder Cafe, in Ruhe inspizieren zu können. Oder im Theater oder Kino hektische Handytelefonierer dabei zu beobachten, wie sie bei der Parkplatzsuche mitfiebern oder sich als GPS-Senderersatz versuchen: »Ich steh' hier neben der Säule, rechts. Du müsstest mich doch sehen können? Hier im Metropolis?!« – Pause, jetzt panischer Ton: – »Was, Cineplexx? Das darf doch nicht wahr sein ...«

[ak,  09:05 · referenzieren ·  ]



Antville, jetzt mit Ton

Herr Hammerschmitt und Herr Kerleone, Herr Phil und Frau Katatonik vertonen den Herrn Hack. Hinhören!

[ak,  08:14 · referenzieren ·  ]



Immobilität, weiblich

»Mist, ich habe meine Stiefel in einer Tragetasche im Zug vergessen!« grämte sie. In einem Tonfall, der mir vermittelte, sie sei für alle Zukunft immobil.

[ak,  16:05 · referenzieren ·  ]



Nicht von dieser Welt

Ist ein Ziehen in den Haaren ein Zärtlichkeitsbeweis? Noch über diese Frage rätselnd bleibt festzuhalten, dass mein Haupthaar ausreichende Grifflänge hat.

[ak,  13:34 · referenzieren ·  ]


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