frapp.antville.org
frappieren swV. 'in Erstaunen versetzen, befremden', sondersprachl. Im 18. Jh. entlehnt aus frz. frapper (wörtlich: 'schlagen'), aus frk. *hrapon 'raufen, raffen', zu ahd. *raffon (dass.). Die Bedeutungsentwicklung hin zu 'entfremden' wohl auf Basis des Überraschungseffektes eines plötzlichen Schlages (vgl. ne. striking).
Donnerstag, 14. März 2002

Satan und das Seelenheil

Die NY Times würdigt die Anstrengungen von Bürgermeisterin Carolyn Risher der 1.400-Seelen Gemeinde Inglis, Florida um das Seelenheil der Einwohner. Per offiziellem Beschluss hat sie Satan der Stadt verwiesen:

«We exercise our authority over the devil in Jesus's name. By that authority, and through His Blessed Name, we command all Satanic and demonic forces to cease their activities and depart the town of Inglis.»

Gesichert wird dieser Bann durch Holzpfosten mit eingelassenen Gebeten. Wäre doch eine sinnvolle Ergänzung der hiesigen Ortseingangsschilder? Mir reichte ja durchaus schon ein "OF, HU und MTK — Wir müssen leider draußen bleiben!"

[kellers,  18:11 · referenzieren ·  ]


Mittwoch, 13. März 2002

Erste graue Haare

wurden heute durch meine Frisörin diagnostiziert. Stolz!

[kellers,  21:54 · referenzieren ·  ]



Tower So Flight ...

... lese ich immer hierbei. Hat ja auch so seine makabre Berechtigung, diese Reminiszenz an die Flugnummern AA011 und UA175. Und meine unwohlige Befürchtung einer Art Leni Riefenstahl 2002 hat sich, wie da oder eher konzeptionell dort zu betrachten, nicht bestätigt.

[kellers,  09:09 · referenzieren ·  ]



Klavier und iBook

Eine merkwürdige Stimmung herrschte gestern im außergewöhnlich anders gefüllten, bestuhltem großen Saal der Alten Oper. Deine Lakaien zelebrierten dort ihren "White Lies"-Tourauftakt; Auftakt bedingt durch vorherige Konzertabsagen aufgrund von Unpässlichkeiten des Sängers Alexander Veljanov, die sich auch am gestrigen Abend noch durch eine reduzierte stimmliche Prägnanz und Präsenz bemerkbar machten. Dennoch, bei den ersten Tönen stellte sich wieder das bekannte und erwartete Gänsehautgefühl ein. Meine Aufmerksamkeit verschob sich zunehmend auf den ehemaligen Opernkapellmeister Ernst Horn, Songschreiber und Produzent von Deine Lakaien. Schlaksig, flapsig hantierte er zwischen Klavier, Keyboard, iBook und weiterem technischen Gerät und produzierte neben dem getragenen Düstersound der Band auch manches elektronische erzeugte oder verfremdete Klanggewitter. Faszinierende Kombination aus Alt und Neu, Klavier und iBook. Aber auch filigranes Klavierspiel inklusive John Cage-artiger Eingriffe in das Innenleben. Nach den Zugaben verkrümelte er sich fast scheu-verklemmt im Bühnenhintergrund und kehrte die restliche Band aus dem Handgelenk zur Verbeugung an die ühnenfront.

Unterstützt wurde die beiden Herren durch zwei Violinistinnen, einen Cellisten und einen Gitarristen. Letzterer präsentierte dem Publikum teils gar eine rockige Headbanger-Pose. Abgesehen von der Dumpfbacke in der Reihe hinter uns, der anfänglich meinte, Herrn Veljanov im Gesang unterstützen zu müssen, bot das Publikum so manche Augenweide im Gothic- und Dark Wave-Look. Was bleibt, ist wieder mal das große Rätsel, wo sich diese Bleichgesichter bei Tageslicht versteckt halten? Nein, etwas mehr bleibt doch, nämlich schöne, getragene bis mitreißende Balladen, insbesondere viele Songs von dem letzten Album Kasmodiah.

[kellers,  00:57 · referenzieren ·  ]



...

Fühle mich elend. Zurecht? Ja. Scheiße. Genau!

[kellers,  00:57 · referenzieren ·  ]


Dienstag, 12. März 2002

Was auf die Ohren. Nachtrag

Wer meinen Eindrücken nicht traut (wie ich selber), findet hier einen Artikel zur aktuellen Ausstellung Frequenzen [Hz] in der Schirn. Da dann auch Bilder der Installation von Ryoji Ikeda und Farmersmanual.

[kellers,  18:15 · referenzieren ·  ]



Konzertant

Um es kurz zu machen, kein Kommentar zur "Vorgruppe" des gestrigen Stoppok-Konzerts.

Mit dem gut zweistündigen Rest ergab sich dann aber ein höchst vergnüglicher Abend. Ein verschmitzter Stefan Stoppok traktierte ein (fast) unerschöpfliches Reservoir an Saiteninstrumenten (Gitarren, akustisch, elektrisch, 12-saitig, 6-saitig, Mandoline, Banjo, ...). Zur Vorbereitung wäre ein Textstudium sicher hilfreich gewesen. Aber dafür jetzt just bei dija/log den Text von "Learning by Burning" gefunden.

Dennoch hat sich mehr als ein Grundvergnügen eingestellt. Gute, ehrliche Musik, witzige Texte (wenn auch nur fragmentarisch verstanden), lustigstes dialogisieren mit dem Publikum (welches sich mit "Mach Musik, Stoppok, Du Penner!" qualifizerte), die Wiedererweckung des Potpourris (siehe unten), als die Musikform des Potts?! Die Bandbreite des Publikums reichte von Schülerinnen (mit noch einigen Jährchen Vorlauf bis zum Abitur), die einen höflichst siezten bis hin zu altgewordenen Revoluzzern, auf ihrem Marsch durch die Institutionen sich hier eine Frischzellenkur verpassend — was auch wieder bestens zum Tour- und Plattentitel "Wellness" passt. Dazu noch laues Binding aus Coca Cola-Plastikbechern, die eine oder andere Schwade von THC-Ausdünstungen ... so muss es sein!

[kellers,  08:01 · referenzieren ·  ]



Bildung, die keiner braucht

findet sich hier. Wer mal nach Antwort auf die Frage nach dem Fassungsvermögen des Rüssels eines Elefanten sucht ... Und ich freue mich auf den karrierefördernden Einsatz von Business-Hessisch. Dank' an Chr****** für diesen aufklärerischen Hinweis.

[kellers,  07:59 · referenzieren ·  ]



Potpourri

Aus gegebenem Anlass Mitteilungen der Herren Friedrich Kluge und Konrad Duden:

Potpourri n. "Zusammenstellung" Im 18. Jh. entlehnt aus gleichbedeutend frz. potpourri m. (speziell: "Eintopf", wörtlich: "Topf mit Verfaultem") zu frz. pot m. und frz. pourrir "faulen". Es ist Lehnübersetzung zu span. olla podrida f., der Bezeichnung eines Eintopfes.

Potpourri das, seit dem 18. Jh. Bez. für eine bunte Folge von Melodien oder Melodiefragmenten.

Und dann noch Franz Dornseiff konsultiert. Bei ihm dann aber an der Einteilung der Deutschen Sprache nach Sprachgruppen hängen geblieben. Aus der Abteilung "Pflanze. Tier. Mensch. (Körperliches)"

[...] 2.29. Fasten 2.30. Trinken 2.31. Alkohol trinken 2.32. Trunksucht 2.33. Trunkenheit 2.34. Tabak 2.35. Ausscheidungen [...]

Kein Kommentar!

[kellers,  07:43 · referenzieren ·  ]


Sonntag, 10. März 2002

Verborgene Komik

Biojoghurt, Biobauer, jetzt Biokohl! [via ap-project]

[kellers,  19:14 · referenzieren ·  ]



Wochenvorschau

Montag: Stoppok in der Frankfurter Batschkapp. Dienstag: Deine Lakaien in der Alten Oper. Samstag und Sonntag im Mousonturm (Details hier).

[kellers,  18:43 · referenzieren ·  ]



Wochenendrückschau

Mein Rücken schmerzt. Meine Schultern schmerzen. Meine Arme schmerzen. Muskelkater allerorten. Zerschundene Unterarme, die einen dilettantisch ausgeführten Suizidversuch vermuten lassen. Und das nur, weil ich M***** und K**** sowie deren Nachbarn bei der Einholung von 6 Festmetern Buchenholz zur späteren Verfeuerung in Kaminen geholfen habe.

Dafür ergab sich zum ersten Mal das (zweifelhafte) Vergnügen, mit einer Motorsäge zu hantieren. Laut, hochfrequent schwingend und stark nach Mofa riechend & klingend. Noch Minuten später ein Tremor in den Händen, der selbstgedrehte Zigaretten verdächtig nach Origami eines Anfängers aussehen ließ. Die Belohnung der Mühen: Zwei Flaschen Beck's und anschließend noch Basteln an der Telefonanlage. Überraschend erfolgreich (Die Mobilteile sowie der Anrufbeantworter funktionieren; richtige Nunmmern an Fax und Telefone vergeben), nur eines der Probleme konnte selbst mit 100 Ohm-Widerständen nicht behoben werden.

Danach in ziemlicher Hast in den tiefsten Hintertaunus: Whisky-Tasting mit A****** und A***. Natürlich auch wieder über alte Zeiten gelästert; die Tiefsinnigkeit unserer Unterhaltung gewann ihren Höhepunkt um kurz vor drei nach einer halben Flasche Whisky (Laphraoig). Heute früh durch überraschend intensiven Beschuss mit Photonen geweckt, gefrühstückt und dann wieder zurück nach Frankfurt, um dort noch etwas Ordnung und Sauberkeit zu schaffen.

[kellers,  18:27 · referenzieren ·  ]


Freitag, 8. März 2002

Dies & Das

Unter dies & das findet sich — angeregt durch «dramatis personae» bei jump cut — ein Register von hier irgendwann erwähnten Autoren, Musikern, Personen, Orten, Museen, Titel von Büchern, Filmen, Zeitschriften und Gerichten, Getränken. Ich werde dieses (wahrscheinlich) per Hand (und mit Unterstützung von Emacs & Elisp) bei Gelegenheit fortführen.

Den Lesern zur Hilfe, dem Autor zur eigenen Verwunderung?! Viel Spaß mit diesem Topoi-Salat!

[kellers,  21:08 · referenzieren ·  ]



Zusammenhangskomponenten?

Zusammendenken, zusammenklicken, was (nicht?) zusammengehört? In den letzten Tagen beim Irrlichtern durch das weltweite Gewebe immer wieder auf John Oswald gestoßen, der bereits hier empathische Erwähnung fand.

Kürzlich dann über die Kette Marc Ribot und das Label Tzadik bei den Top Ten von John Zorn

Und jetzt über die durch die Zeit losgetretene, auch hier registrierte Nostalgiewelle zu Cassetten-Kompilationen werde ich via ronsens hierhin gespült.

Und dass dann noch der Zeitartikel Nick Hornbys «High Fidelity» erwähnt: Der dort liebevoll präsentierte Listenfetischismus hat also auch Herrn Zorn infiziert? Nicht vergessen möchte ich an dieser Stelle den Hinweis auf die akustische Fundgrube des Herrn Oswald: plunderphonics: Hier findet der geneigte Hörer reichlich Spülmittel für die Gehörgänge; Modulationen von Michael Jacksons «BAD» über Bing Cosbys Weiße Weihnacht, Beethovens Siebter bis hin zu Judy Garlands «Rainbow»!

[kellers,  10:09 · referenzieren ·  ]


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