frapp.antville.org
frappieren swV. 'in Erstaunen versetzen, befremden', sondersprachl. Im 18. Jh. entlehnt aus frz. frapper (wörtlich: 'schlagen'), aus frk. *hrapon 'raufen, raffen', zu ahd. *raffon (dass.). Die Bedeutungsentwicklung hin zu 'entfremden' wohl auf Basis des Überraschungseffektes eines plötzlichen Schlages (vgl. ne. striking).
Donnerstag, 5. September 2002

Unser Dorf soll schöner werden

Umbauarbeiten auf dem Ameisenhügel, wie eventuell auch hier bemerkt wurde. Dank im Voraus an die geschätzten Hausmeister. Es wird sicher alles noch schöner, besser, lebenswerter!

[ak,  09:02 · referenzieren ·  ]


Mittwoch, 4. September 2002

Heiteres Beruferaten

Mal andersrum: Zu welchen Parteien gehören die Berufe meiner Wahlkreiskandidaten: Großhandelskaufmann, Journalist, Kfz-Meister, Physikalisch-Technische Assistentin, Rechtsanwalt und Notar, Rechtsreferendarin, Verkaufsfahrer, Versandmitarbeiter, Selbständiger Kaufmann?

[ak,  20:29 · referenzieren ·  ]


Dienstag, 3. September 2002

... auch in diesem Lichtspielhaus

So endete gestern eine Kinowerbung (also Lichtspielhausannonce?). Da wird mir ja ganz puschig.

[ak,  16:37 · referenzieren ·  ]



Achtung, Achtung!

Die Perlentaucher warnen: Die FAZ meldet, dass der amerikanische Präsident im Urlaub ein Buch gelesen hat. Nun macht sich sein Außenminister Sorgen.

[ak,  13:52 · referenzieren ·  ]



Stille Seufzer

Product Placement von Apple, B&O und Beck's, merkwürdigste Kopfbedeckungen und immer noch wurmt Badly Drawn Boy's Silent Sigh durch mein Ohr: About A Boy. Seufz!

[ak,  13:25 · referenzieren ·  ]


Montag, 2. September 2002

Italienische Noblesse

Und wo wir gerade so politisch sind: Nobel, nobel, wofür seine Parteifreunde Silvio Berlusconi vorschlagen. Da könnte man doch Ronald Schill als nächsten Papst vorschlagen, Barnabas Gnadenlos der Erste?

[ak,  18:11 · referenzieren ·  ]



Leicht lakonisch

In der Zeit fordert Robert Leicht die Entlassung des Herrn Schill.

Nach dem skandalösen Auftritt des Hamburger Innensenators muss man mit ihm ja nicht so streng umspringen, wie er es vormals in seinen Gerichtsverhandlungen getan hat. Aber entlassen muss ihn der Regierende Bürgermeister Ole von Beust schon

Hanseatisch unterkühlt, aber korrekt!

[ak,  18:10 · referenzieren ·  ]


Sonntag, 1. September 2002

Flip-Flop und der Senfspender

Ich komme ja aus einer Generation, die unter Flip-Flop noch eine elektronische Schaltung versteht. Wie Chr****** mich aber letztes Wochenende aufklärte, bezeichnet Flip-Flop inzwischen die heute grassierende Sandalenmode. Lautmalerisch schiene mir ja "Flap-Flap", mit teils schmatzend-fußschweißigem Unterton treffender. Letztens auf dem Museumsuferfest, gestern auf dem Weinfest in der Fressgass: Den Übergang von "Lass uns doch noch vor der Tagesschau noch mal auf's Weinfest gehen."-Publikum und einigen wenigen noch vorhandenen Samstagseinkäufern mit grün-weißen Kaufhoftüten zu "Gehen wir doch vorher noch über die Fressgass"-Nachtschwärmern trinken M****** und ich uns schön. Zunehmende Flap-Rate auf dem Kopfsteinpflaster. Dünne Riemchen, transparente Riemchen. Ein uniformer Junggesellinnenabschied — Schlagjeans, schwarze T-Shirts, umgeknotete dunkelblaue Jeansjäckchen, unter den Achseln klemmende Handtaschen, die an Schrumpfformen alter Sporttaschen erinnern und natürlich Sandalen — umzingelt patrouillierende Sicherheitskräfte. In der Dämmerung gleicht deren Hemdenfarbe dem jungen Riesling in meinem Glas.

Kurzweilige Unterhaltung bietet ein fast leerer Senfspender am Grillstand: Eine ältere Dame warnt ihren schwerhörigen Mann vor der Gefährlichkeit des Schmatzlaute hervorbringenden Pumpmechanismus. Angeheitert kichernd versichert eine burschikose Jeansjacke-um-die-Hüfte-Trägerin, die Kurzhaarfrisur durch Haarspangen gesichert, ihrer Freundin in Zukunft immer Taschentücher mitzunehmen: Gemeinsam verreiben sie den Senf in den Falten des Baumwolldrillichknotens. Bei einer prallen Kleinen spekulieren wir auf einen Treffer im Dekolleté. Grimmig pumpt sie Auge in Auge mit dem Senfeimer. Ein blondes "Woman In Red" gibt nach wenigen zarten Versuchen auf. Ihre schnöseligen Begleiter zermahlen mit ihren Kieferknochen Bratwurstbrötchen. Drängte Angst um das blaue Sakko mit Goldknöpfen in die Rolle des geborenen Ketchuptyps?

Die Wiederauffüllung des Eimers beendet die kleine Mustard Opera.

[ak,  18:22 · referenzieren ·  ]



Lokalliteratur

Nach einem vergnüglichen Aufenthalt im Frankfurt und Wiesbaden um 1900 geht es jetzt konjunktivisch in die Wädderrah.

[ak,  18:20 · referenzieren ·  ]



Einnisten in die Waldschmidtstraße

müsste man sich für die kommenden Wochen: Im Mousonturm stehen auf dem Programm: Lambchop (16.09.), Peter Brötzmann (04.10.), Arto Lindsay(21.10.), Christoph Lauer und Jens Thomas (13.10.) ...

[ak,  17:22 · referenzieren ·  ]



Abendverstimmung

Rückblende: Ich sitze entspannt in einem Korbsessel. Scheinwerfer strahlen die Bäume und Sträucher und die steinerne Fassade des Museums an. Am Kelch des Weinglases kondensiert die Luftfeuchtigkeit in strohgelb funkelnden Perlen. Grauburgunder von Joachim Heger. Am sehr nahen Nachbartisch auf der Terrasse ein jung-dynamisches Pärchen. Sie, mir schräg gegenüber, in goldseidig schimmernder Bluse und blondem Haar. Jeunesse doré.

Das Frequenzspektrum der hörbaren Gesprächsfetzen signalisiert Stress. Ein Cocktailglas entleert seinen Inhalt auf dem Leinentischtuch. Eiswürfel ruhen in blassroter Fruchtsaftlache. Sie lehnt sich zurück, verschränkt ihre Arme, und faucht mit energischem Frisurschütteln etwas Englisches. Das angepisste Hübschchen lässt ihr Fischgericht erkalten. Auf der anderen Tischseite zwanghafte Konzentration auf Lammkoteletts — mein Grauburgunder ist angenehm erfrischend.

[ak,  12:17 · referenzieren ·  ]



Ach, Du auch ...

[Mit gehobener Atemlosigkeit gesprochen.] Aus (mir) gegebenem Anlass: Diese Anbiederung durch "Ach, mir geht es gerade genauso!" oder auch nur "Ach, ich kann Dich ja so gut verstehen!" geht mir dermaßen auf den Senkel! Mist!! Große Scheiße!!! Ich dekretiere hiermit: Notwendige Voraussetzung für Verständnis ist das Kotzen in die gleiche Kloschüssel, ununterbrochen durch jedwede Spülung.

[ak,  00:25 · referenzieren ·  ]


Freitag, 30. August 2002

Annus miserabilis

Der aktuelle Economist präsentiert eine Karte mit den weltweiten Einschränkungen bürgerlicher Freiheiten nach dem 11. September. Bedenkenswert.

[ak,  18:48 · referenzieren ·  ]


Donnerstag, 29. August 2002

Wir fangen mal mit 12 Millimetern an, ja?

"So, dass man keine Haut sieht, oder?" Mein Kopf nickt aus einer blauen Polyesterpyramide heraus zustimmend. Das den Hals umfassendende Kreppband knistert leise. Im Spiegel beobachte ich, wie meine weißrussische Frisörin den Scherkopf der Haarschneidemaschine adjustiert. Das hochfrequente Sirren wird bei der Annäherung an meinen rechten Hinterkopf lauter. Gespreizte manikürte Finger fixieren meinen Schädel in demütig geneigter Haltung. In kurzen Aufwärtsbewegungen fährt der Distanzkamm surrend durch mein Nackenhaar.

"Oder noch kürzer?" Mein Blick sucht doppelt umgelenkt durch Wand- und Handspiegel das Testgebiet. Keine Haut! Im Salon ist es schwül-warm. Parfümseifiger Geruch dringt durch meine Nase. Prüfend verrenke ich mich weiter. Die Halsmanschette schabt. "Eins mehr geht noch, oder?" schlage ich vorsichtig vor. Die Frage nach einem mehr oder weniger lässt eigentlich offen, ob sie sich auf Restlänge oder Abschnittslänge bezieht. Von pedantischer Logik unangefochten schiebt meine Frisörin den Distanzkamm noch etwas zurück. Und setzt surrend wieder am Nackenansatz an. Ihr rechte Arm vollführt kurzer Topspin-Bewegungen an meinem Hinterkopf. Im Wandspiegel sehe ich Haarspitzenbündel zu Boden fallen. "Warm, nicht?" versucht die Frisörin ein Gespräch zu initiieren. In angespannter Lethargie murmele ich ein "Ja, den ganzen Tag schon" zurück. Stellungswechsel. Die Maschine umfährt mein rechtes Ohr. Mit nach links geneigtem Kopf verfolge ich, wie die Haare auf auf meiner Schulter platznehmen, sich auftürmen und letztendlich über den blauen Hang abrutschen. In der Talsohle des Umhangs sammeln sich die wolligen Scherergebnisse. Seitenwechsel auf die linke Seite.

Die Schermaschine bewegt sich auf das Haupthaar zu. "Vorne lass' ich etwas länger?" lässt sich die Frisörin meinen grob skizzierten Auftrag bestätigen. Ich nicke affirmativ. Das Schneidegerät wird auf dem Werkzeugwägelchen zwischen Kämmen, Bürsten, Lockenwicklern und zahlreichen Scheren niedergelegt. Aus einer Sprühflasche wird mein Haar benetzt. Ein schwarzer Kamm pflügt die feinen Feuchtigkeitsperlen ein hinterlässt feine, dunkel schimmernde Rillen auf meinem Kopf. Behende greifen mit Kamm und Schere bewehrte Hände eine Lage Haare nach der nächsten. Hochkämmen, zwischen Zeige- und Mittelfinger fixieren, mit wenigen kurzen Schnitten über der Beugung des Zeigefingers kürzen. Am Hinterkopf angekommen Wiederholung der gesamten Prozedur. Feinkontrolle aus kritisch fixierenden kajalumrandeten Augen. Rhythmisch wackelt mein Kopf im resoluten Zugriff der Frisörin. Trotz der kühlenden Frische durch die Benetzung spüre ich, wie es auf meiner Stirn perlt. Einige dreieckige Bündel nasser, abgeschnittener Haarspitzen haften auf meiner Stirnwölbung. Der Übergang zwischen Seiten- und Haupthaar wird beiderseits eingeebnet. Einige zusätzliche Scherenschnitte kreisen um den Hinterkopfwirbel. Problemzonenbehandlung.

Durch den Spiegel sehe ich einen graumelierten — Haar wie Anzug — Kunden eintreten. "Sie schneiden noch?" Ich denke mir ein "Offensichtlich!" während ihn die Frisörin für cirka fünf Minuten auf die Wartebank bittet. Das Ende meiner Behandlung ist nah! Nach einem Telefonat vor der Tür blättert er ziellos in den Lesezirkel-Illustierten.

Mit einem kleinen Schneidegerät wird mein Haaransatz um Ohren und im Nacken konturiert. Hochfrequent surren die Schneidblätter. Kühles Metall setzt vibrierend an meinem Nacken an. "Ein bisschen nach vorne!" Mein Kopf beugt sich dieser Aufforderung. Die Haut im Nacken spannt sich unter der Manschette hervor. "Damit sie das dann in den Griff bekommen!" begründet die Frisörin anschließend den Einsatz der Ausdünnschere. Ein metallisch hohes Geräusch lässt die Schere um meine Stirnhaare zusammenfahren. Aus den inzwischen wieder trockenen Haaren rieselt feinster Haarstaub. Es beginnt auf Nasenrücken und -flügeln zu kitzeln. Ich halte die Augen geschlossen. Ein "Gut so?" fordert mich zur Abnahme auf. Die Frisörin tänzelt mit den Handspiegel hinter meinem Stuhl. "Gut so!" Mit grobem Pinselstrich und Föngebläse werden die Haarspitzen im Nacken, hinter den Ohren und im Gesicht entfernt. Mir wird "Noch etwas Gel?" angeboten. "Gerne." Beidhändig wird das Gel in mein Haar massiert. Über meiner Stirn werden keck einige Strähnen empormodelliert. Dahinter strubbelt jetzt dunkel schimmernd mein gekürztes Haar.

Beim Entfernen des Umfangs gleiten letzte Haarbüschel auf den gefliesten Boden. Ich nehme noch einen Schluck Wasser und zahle. Raus. Draußen fahre ich wie ungläubig durch den Nacken und genieße die neue Stoppeligkeit. Wenn ich die Stirn runzele, merke ich, wie sich das Gel verfestigt.

[ak,  15:27 · referenzieren ·  ]


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