frapp.antville.org
frappieren swV. 'in Erstaunen versetzen, befremden', sondersprachl. Im 18. Jh. entlehnt aus frz. frapper (wörtlich: 'schlagen'), aus frk. *hrapon 'raufen, raffen', zu ahd. *raffon (dass.). Die Bedeutungsentwicklung hin zu 'entfremden' wohl auf Basis des Überraschungseffektes eines plötzlichen Schlages (vgl. ne. striking).
Dienstag, 5. November 2002

Sollte es beunruhigen

dass unten auf der Straße an Löschzug der Feuerwehr parkt? Zwei größere LKW, ein Wagen mit Drehleiter und ein kleinerer Mannschaftswagen und auf dem Bürgersteig flanieren blauuniformierte Männer mit Helm, hochgeklappten Visieren und Gasmasken auf dem Rücken. Und riecht es hier nicht schon komisch?

Wir werden sie sofort informieren, sobald neue Informationen gibt und geben zurück in's Funkhaus auf dem Ameisenhügel.

[ak,  10:29 · referenzieren ·  ]


Montag, 4. November 2002

Geschüttelt, nicht gerührt

Robert Gernhardt bespricht im NZZ Folio den Gedichtband Günther Nehms, eines Bergbauingenieurs und Schüttelreimers, den man nicht kennen muss, aber über dessen Verse ich schmunzeln kann: «Heiser wandeln Säuferkehlen. / Weiser handeln Käufer­seelen.»

In der selben, dem Thema "Humor" gewidmeten Ausgabe ein Bericht über die Produktion der Harald Schmidt-Show, ohne den Namen "Schmidt" nur einmal zu nennen. Dafür raunt die huldvolle Ansprache "Der Entertainer" durch die Zeilen. Trotzdem nett zu lesen. [via perlentaucher]

[ak,  17:48 · referenzieren ·  ]



Ausgekotzt?

Oder nur Sendepause bei rounders.de, dem Houellebecq von Frankfurt (Titulierung geborgt vom Dottore d'Antville)? [via ap-projekt]

[ak,  16:22 · referenzieren ·  ]



Die Muse Tengelmann

Museum assoziere ich mit Erhabenheit. Somit war mein gestriger Besuch der Shopping-Ausstellung in der Frankfurter Schirn unter dem neuen Direktor Max Hollein auch strapaziös. Sonntags nachmittags durch einen ausgestellten Kaiser's Tengelmann-Supermarkt? Echt die Auslagen, frisch das Obst und Gemüse (vielleicht sogar frischer als in Realität), sogar das Zeitschriftenregal war aktuell bestückt. Kunst? Die Fotografien von Schaufenstern und Läden vom Anfang des vergangenen Jahrhunderts beruhigten mich wieder. In der eigentlichen Ausstellung ging es turbulent zu. Ein großer, verspielter Al Qaeda-Shop (?) mit quietschender und klappernden Spiel- und Aufziehfiguren wurde glückselig grinsend umrundet. Aus der Höhe hätte die Installation mit den Besuchern wie die Pilgerprozession um die Kaaba von Mekka gewirkt. Joseph Beuys' Installation mit Warenregalen, Fett und Alten Meistern aus der Epoche von Karl Marx müffelte unaufdringlich vor sich her. Die Kammer mit drei Prada-Fotografien von Andreas Gursky, einige Schritte weiter, verbreitet in ihrer Stille sakrale Stimmung. Frisch eingesegnet ertrage ich dann auch die infantile Medikamentensuche in Damien Hirsts Pharmacy: «Wer zuerst Aspirin findet, dem spendier' ich 'n Bier!» «Ach, guck mal: Immodium!» «Ja, und hier Haldol!» Ich fürchtete um die Teller mit den Honigwaben und delirierte zum Ausgang, um diesen zwiespältigen Besuch mit einem Expresso zu beschließen. Nachgetragen hier noch die kritische Rezension aus der Zeit.

[ak,  14:29 · referenzieren ·  ]


Sonntag, 3. November 2002

Everytime You have Lokalstolz

Irgendwas irritierte. Eine unerklärliche Vertrautheit. Nicht mit der Musik, der Untermalung der aktuellen Afri Cola-Werbung. Irgendetwas anderes. Das Stadtprofil. Ja, das Video von The Flames zu Everytime spielt in Frankfurt. Es sind diese kleinen, klitzekleinen Dinge, die erfreuen.

[ak,  23:00 · referenzieren ·  ]



November, Sonntag, Mittagszeit

Feiner Regen hängt grauschleirig vorhangsgleich vor den Fenstern. Auf dem Frühstückstisch kokettiert die entleerte Grapefruithälfte mit Frühlingsfarben. Bleiwüsten nichtgelesener Feuilletons und Literaturbeilagen türmen sich bedrohlich. Museumsstimmung. Kultur statt Nickerchen zwischen Mittagessen und Kaffee & Kuchen.

[ak,  12:32 · referenzieren ·  ]



Tagebuch 1952

«Und dann fragte W. den sich ziemlich kratzbürstig benehmenden Arno warum einige wenige Stellen die sie so sehr störten in seinen Büchern stünden, einige Wutausbrüche gegen die Nazis. Dabei störten sie diese an sích nicht, sondern im Verhältnis zum Funkeln der Anderen deren profane Formulierung; wenn es hieße: aus dem Radio sandete die Musik, so wäre das Arno Schmidt. pp. A: Ja, ich willl auch ein Bild meiner Zeit geben, und dazu gehören, ebenso wie die Schlager, diese Aussprüche, die damals 1000de dachten. —»

Alice Schmidt, Tagebucheintrag vom 18. August 1952 über einen Besuch in Stuttgart bei Martin Walser, aus der FAZ vom 26. Oktober 2002.

[ak,  02:35 · referenzieren ·  ]


Freitag, 1. November 2002

Rechts, ganz rechts in der Lade

Meine Musikalienlade ist keinem elaborierten Ordnungsschema unterworfen. Links die Jazz- und Jazz-nahen CDs, dahinter versteckt der karge Klassikbereich. Rechts der Rest, ein Sammelsurium aus Pop, Rock und Peinlichkeiten. Überschaubar, was die Zahl angeht: die meisten CDs finde ich noch anhand der Farbe des Coverrückens. Wenn ich nach Musik suche, starte ich die Suche meistens in der Ladenmitte. Eher Jazz? Links! Alphabetisch nach Hauptinterpret sortiert, somit fällt Naked City unter Z wie Zorn, John. Extreme Randlage. Der rechte Rest ist weniger geordnet. Aktuelle Präferenzen links, Ausgehörtes und Überhörtes sedimentiert sich an der rechten Seitenwand. Ab und an wühlt eine Tiefenbohrung dann wieder einen lange geschonten Silberling in die akustische Erinnerung. Jetzt zum Beispiel Freak Scene, EP von Dinosaur Jr., 1988. Der Stille entrissen, da ich gestern in einer U-Bahnstation einen zotteligen Herrn mit Hund sah. Plakat zu J. Mascis nächste Woche live & solo im gern besuchten Mousonturm.

[ak,  17:05 · referenzieren ·  ]



The Theory Of Tetris

Im Economist: Tetris ist NP, wie Erik Demaine (so sehen also Vertreter des Fachs Computational Geormetry aus. Glück gehabt, war bei mir nur prüfungsrelevantes Nebenfach) nachgewiesen hat.

[ak,  15:29 · referenzieren ·  ]



Kürbisfrei

Den ganzen gestrigen Tag von Kürbissen unbehelligt geblieben, und gruselig war einzig der Zausel mit filzig-spitzen Zaubererhut an der Theke im Sinkkasten. Und dorthin verschlagen hatte Chr****** und mich eine längere Geschichte. Oder eigentlich nur der Geburtstag der Trägerin meines Nachnamens, leihweise. Eine ungezwungene Feier in unserer Stammbar an langer Tafel. Durch die bunt gemischte Meute fluteten Gesprächsfetzen über das Russendiskos und das Berliner Kaffee Burger, über röhrende Hirsche und die Musik (Drum 'N Bass mit Elektrofrickel und Cello) von Kosheen, Spontanverrutschungen von Kontaktlinsen beim Autofahren ("harte oder weiche?" fragt Hartträger. "Weiche" antwortet Weichträgerin), Abwesenheitsmomente meinerseits, unterlegt mit Gedanken über Räucheraal, die Mühen eines Marathons und dass seitliche Sturmböhen auf den letzten Kilometern wirken wie Beinchenstellen, mein unzureichender BMI, bereits gelesene und damit als Geschenk untaugliche Bücher, von 18 % Spaßparteien über 18 Promille zur Frage, ob ein solcher Alkoholgehalt schon Warnschilder "Achtung, leicht entflammbar!" an offenen Wunden erfordert. Und anschließend verirrten sich Teile der Gesellschaft zielstrebig in den Anachronismus unter den Frankfurter Tanzlokalitäten. Zwei Biere lang fanden Chr****** und ich keinen Zugang zur Musik. Danach ausreichend enthemmschwellt ging es doch ...

[ak,  12:57 · referenzieren ·  ]


Donnerstag, 31. Oktober 2002

Alles OK, UK?

Treibt britische Exzentrik den Economist, im Nachruf auf Allen Walker Read, Etymologe, aus dessen Buch Lexical Evidence from Epigraphy in Western North America: a Glossarial Study of the Low Element in the English Vocabulary dieses zu zitieren: «When you want to shit in ease / Place your elbows on your knees / Put your hands against your chin / Let a fart and then begin»? Zweifellos besser als Trübsal blasen!

[ak,  14:26 · referenzieren ·  ]



An Evening Edged with Cold

Gestern abend Zeit gefunden für diese Eigenempfehlung zum Thema Jonas Engström vs. Will Dormer: Ja, wie war das nun, Insomnia 2002 vs. Insomnia 1997? Überraschend fast identische Einstellungen in beiden Filmen. Die skandinavische Variante wirkte lakonischer auf mich, auch unterkühlter. Die amerikanische Version präsentierte sich zugespitzter, fokussierte stärker auf das Duell zwischen Dormer / Finch und die psychische Dimension der Schlaflosigkeit. Dagegen verzichtet die Vorlage auf die klischeehafte Konfrontation von hübscher, ehrenhafter Kriminalistin und grauem Wolf mit Dreck am Stecken. Fazit: 2 x guter, spannender Zeitvertreib. Und unterschiedliche Enden hat's auch.

[ak,  12:27 · referenzieren ·  ]



Rhinitis oder das Farbspektrum im Taschentuch

Fasziniert beobachte ich den farblichen Fortschritt meiner Erkältung Von milchig-transparent zu zäh-grünlich.

[ak,  09:44 · referenzieren ·  ]



Wolfram vs. Science

Dankenswerterweise exzerpiert Kerleone eine homöopathische Dosis einer Rezension von Science zu Stephen Wolframs "A New Kind Of Science". Danke! Konnte kürzlich dieses Konvolut durchblättern. Ganz schön (irritierend).

[ak,  01:02 · referenzieren ·  ]


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