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| frappieren swV. 'in Erstaunen versetzen, befremden', sondersprachl. Im 18. Jh. entlehnt aus frz. frapper (wörtlich: 'schlagen'), aus frk. *hrapon 'raufen, raffen', zu ahd. *raffon (dass.). Die Bedeutungsentwicklung hin zu 'entfremden' wohl auf Basis des Überraschungseffektes eines plötzlichen Schlages (vgl. ne. striking). | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Mittwoch, 20. November 2002
Frau Ulla Schmidt, Vorschlag Internet macht es vor: Krankheiten.de werden direkt von einem Gesundheits-Server behandelt, wenn dieser auch vorübergehend nicht verfügbar ist. [ak, 14:01 · referenzieren · ] Durchreiche Malorama aus Madrid zurück, Rounder rotzt wieder, Zeitkritik zu Rosenkohl à la Meinhoff, Osama bin Beckenbauer präsentiert das WM 2006-Logo. Sonst noch was passiert? Bitte ruhig weitergehen. Hier gibt es nichts zu sehen. Danke! [ak, 09:08 · referenzieren · ] Dienstag, 19. November 2002
Mentale Turnübung Sich selbst die eigene Erfolglosigkeit eingestehen. [ak, 18:34 · referenzieren · ] Menschenverstand oder Gossenrand Was muss ich da lesen: Die FTD bezeichnet die Bild-Zeitung als «Zentralorgan des gesunden Menschenverstands»? Nicht eher Boulevard-Postille hart am Gossenrand? [ak, 08:52 · referenzieren · ] Montag, 18. November 2002
Reanimation per Bassboxen Tut man ja eigentlich nicht, als Frankfurter nach Offenbach zu fahren. Also beantrage ich gleich eine nachträgliche Ausnahmegenehmigung: Denn gestern spielte Kosheen im Capitol. Die Vorgruppe haben wir mit Bier im apricot-farbenen Foyer überbrückt. Eindrucksvolles Konzert dann ab der ersten Minute, besonders für Trommel-, Zwerch- und sonstige Felle. Dass das Pummelchen vor mir ungefähr vier Lieder lang versucht hat, eine Nachricht in die bernsteinfarben leuchtende Tastatur ihres Mobiltelefones zu fingern, amüsierte am Rande. Die Videoeinspielungen auf der Bühne hatten es schwer, sich gegen wabernde Dunstschwaden durchzusetzen. Sängerin Sian Evans aber hatte mit ihrer Hyperpräsenz das Publikum sofort im Griff. Sehr eindrucksvoll (und jetzt meine ich nicht die Bassschwingungen). Das Programm, das sich nur auf eine CD-Veröffentlichung stützt, reichte gerade für neunzig krachige Minuten bis die bärbeißig dreinschauenden, humorlosen Sicherheitsleute für sofortige Räumung sorgten. [ak, 15:01 · referenzieren · ] Verzichtbar Auf substanzlose Mitteilungen über einen "supernetten" Nachmittag, den man am Wochende verbracht habe, könnte ich gut verzichten. Noch besser wäre es, auch nie wieder ein grenzdebiles "supi" lesen zu müssen. Da habe ich ja jetzt was für meinen weihnachtlichen Wunschzettel. [ak, 11:30 · referenzieren · ] Sonntag, 17. November 2002
Laufende Unkonzentriertheit Der Boden schmatzt sumpfig unter den Sohlen meiner Laufschuhe. Nach Urlaubs- und Erkältungsbedingter Pause und genereller Unlust bot das heutige Wetter keine Ausrede gegen etwas sportliche Betätigung. Der fortschrittene Herbst gewährt tiefe Einblicke in die efeudurchflochtenen Baumgruppen meines Parcours. Mein Kopf beschäftigt sich ambitionslos mit der Frage, warum ich im Uhrzeigersinn, die meisten anderen aber gegen den Uhrzeigersinn laufen? Aus meiner Erinnerung rufe ich alte Bilder aus Sportsendungen ab: Sprint, Mittel- und Langstrecke, Eisschnelllauf: Alles dreht sich gegen den Uhrzeigersinn. Lauf gegen die Zeit? Aus dem Unterholz teckeln zwei Rauhaarige. Das gefallene Laub moddert sich feucht und rutschig durch eine gelbbraune Farbskala. Umbra, Gebranntes Siena. Der Pelikan Wasserfarbmalkasten der Schulzeit, zwölf ersetzbare Farbtöpfchen und seitlich das Fach mit der Tube Deckweiß. Die Augen planen eine Umleitung um die nächste Ausweichung des Waldweges, die meine fehlende Ausdauer für einige Schritte im Gehen nutzt. Vor mir die Straßenunterquerung bietet den einzig trockenen Streckenabschnitt. Geschafft. Zu Hause Mineralwasser, dann Dusche, dann die nachmittägliche Kanne Kaffee. [ak, 14:09 · referenzieren · ] Freitag, 15. November 2002
Von fiesen Tricks Aus der FTD: "Wir haben den klassischen ,Bild‘-Leser in die Läden gelockt. Es kaufen plötzlich Menschen, die das Wort ,Hörbuch‘ vorher nicht einmal kannten", sagt Philipp Zwez, Produktmanager bei der Bertelsmann Music Group (BMG), die Bohlens Hörbuch produziert hat und an den Musikhandel liefert. [ak, 15:14 · referenzieren · ] Donnerstag, 14. November 2002
St. BimBamer Bräsigkeit Herr Hack aus dem schweizerischen St. BimBam nörgelt durch Frankfurt und bringt auf einem Bild des Commerzbank-Turms noch einen Hinweis auf die Helvetia Versicherungen unter. [ak, 17:11 · referenzieren · ] Mittwoch, 13. November 2002
Product Placement «Ja, und dann haben wir heute noch schön plakatiert. Hängen sogar im Klo.» «Ja, da gehören sie ja auch irgendwie hin!» Bodo Kirchhoff vor der Lesung aus seinem Schundroman in der Romanfabrik. [ak, 22:43 · referenzieren · ] Juristische Poesie «Eine Management Summary kann entfallen, wenn sie entbehrlich ist.» sagt unsere Rechtsabteilung zur neuen Vorlage für Angebote. [ak, 16:25 · referenzieren · ] Ein Abend in Sachsenhausen Gelblich-ausgewaschene Urinalsteine kontrastieren unvorteilhaft mit dem hellen Porzellan und den brau gemusterten Kacheln im Keller der plüschigen Bar. Ein letzter Absacker als Abschluss eines Treffens mit Kundenkollegen in einem dieser auf American Diner gedrechselten Läden mit buntem Neonlicht, historischen Coca Cola-Reklamen und rotkunstledernen Hochsitzen mit hier in Frankfurt verbrochenem Binding Lager im Ausschank. Jetzt, am späteren Abend bei reduzierter Beleuchtung schreckt uns unser gefühlter Alterunterschied zu den anderen Gästen weniger. Am Nachbartisch fachsimpelt eine gemischtgeschlechtliche Gruppe über Marketingkonzepte (aha, die Werbebranche kann sich noch Barbesuche leisten) und Bartwuchs (aha, die Werbebranche spart an Rasierzeug). Kontaktpflege — statt Networking. Auswirkung einer 141seitigen der Anglizismenliste des Vereins Deutsche Sprache e.V.? Dank an Chr******, obwohl diese Liste ein schrecklich wortwörtliches Netzwerkarbeit vorschlägt. Und up- und downloaden sähe ich ich auch gerne mit auf- und abladen übersetzt. Da klingt die Mühsal der Analogverbindung doch viel besser mit. [ Ende der Abschweifung ] — Lamento über die Arbeitssituation im westfälisch-bayrisch-schwäbischem Dreiklang und über sublime Sparbemühungen, die sich darin äußern, dieses Jahr noch keinen Anzug gekauft zu haben. Nebenbei unverstohlene Blicke auf die Jugendlichkeit an den Nachbartischen und die Spekulation darüber, ob diese schon Führerscheinreife habe. Die Abstimmung geht mit Zweidrittelmehrheit an die Koalition meiner Mittrinker. Als Tischsenior pflege ich ja auch größte Altersdistanz. Altersweitsicht? Michelinmännchenartig weiß wattiert stakst ein Goldköpfchen mit Freundin durch den Raum. Quirlige Engelslocken. Bald wieder Weihnachten, oder? Unter dem angewinkelten Arm klemmt der Markenpuma auf schwarzem Grund. «28 Milliarden, und heute macht Telekom 7 Prozent plus?!» «Ja, und weiter macht dann Ricke von T-Mobile» Der Kneipenlärm verschreckt durch Silbenverdreher: «Wie, T-Online macht dicht?!» Die Leiden des Depotbesitzers, wenn Verkaufsgebühren den Wert der Penny Stocks übersteigt. Anekdotisches aus der Mitkollegenschar wird aneinandergereiht, verwoben und verworren, auf dass sich neue Gerüchte fügen mögen. Kurze Schritte über die Schweizer Straße. Vorschlag zu einem letzten Absacker, nicht von mir. Noch frequentiert meine Straßenbahnlinie die Ecke kreischend alle zehn Minuten. Also zu zweit noch in's Hopper's. Guter Mojito zu einem Schüssselchen Salzgebäck. Die Alkoholquote im Cocktail ist erheblich besser als die Bretzel-Fischli-Rate. Letzte Fachsimpeleien über Taktik, Strategie, Politik und Gemauschel im Beruf. Vor allem Gemauschel. Und jetzt fährt meine Straßenbahn natürlich nur noch im 20 Minuten-Rhythmus. [ak, 13:22 · referenzieren · ] Dienstag, 12. November 2002
Schöner Scheitern «an die Wand fahren» «in den Sand setzen», diese Floskeln. Ich misse eine Kultur des Scheiterns, des Versagens. Alles scheint mir aktuell so hochgejubelt. [ak, 18:19 · referenzieren · ] Lebensberatung in Magenta Wenn der Helmut Sihler doch bald frei wird, vielleicht könnte er mir mal vorsitzen und einige meiner vergangenen Fehlinvestitionen abschreiben? Oder geht so ein Ablasshandel erst ab einem Volumen von 28 Milliarden Euro? [ak, 14:58 · referenzieren · ] Nächste Seite |
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