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| frappieren swV. 'in Erstaunen versetzen, befremden', sondersprachl. Im 18. Jh. entlehnt aus frz. frapper (wörtlich: 'schlagen'), aus frk. *hrapon 'raufen, raffen', zu ahd. *raffon (dass.). Die Bedeutungsentwicklung hin zu 'entfremden' wohl auf Basis des Überraschungseffektes eines plötzlichen Schlages (vgl. ne. striking). | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Sonntag, 15. Juni 2003
»Ich hab' da mal was vorbereitet.« Frühlingszwiebeln entgrünt und enthäutet, Champignos geputzt und geviertelt, Kartoffeln gebürstet, Birnen geviertelt und pochiert, Linsen vorgekocht und gespült, Schalotten gehackt. [ak, 14:06 · referenzieren · ] Samstag, 14. Juni 2003
Unterstützenswerte Trends: Abkühlung. Nach Gewitter und Regen mit nackten Füßen auf dem Balkon sitzen und fühlen, wie sich die Zehen nach Socken zu sehnen beginnen. Lange nicht mehr erlebt. [ak, 19:35 · referenzieren · ] Freitag, 13. Juni 2003
Europäisierte Eurospektiker und amerikanisierte Antiamerikaner Amüsanter Artikel Timothy Garden Ashs im New Statesman über die herrschende Banalität des Guten in Europa: We have all met him, the pinstriped Tory Eurosceptic who has a house in Tuscany, is an expert on French wines and knows a great deal more about Wagner operas than Chancellor Gerhard Schroder does. (This last may, admittedly, not be saying a great deal.) We have all met her, the ageing German anti-American peace campaigner, whose inspirations are Woodstock, Joan Baez and not the German Martin Luther but the American Martin Luther King. Except that each in turn would protest: "I'm not anti-European, I'm just against the Brussels Eurocratic vision of a federal superstate", and "I'm not anti-American, I'm just against the inhuman, warlike policies of that Texan cowboy in the White House." [via A&L daily] [ak, 13:59 · referenzieren · ] Heimatklangquote Thierses Ausdünstungen weiter gedacht durch Mama: Quote gegen Anglizismen in Unternehmen! Ich fordere Null-Toleranz und von meinen Terminen bliebe mir nur ein Jour fixe. Und der erledigt sich dann mit Wiedereinführung der Deutsch-Französischen Feindschaft. [ak, 11:15 · referenzieren · ] Donnerstag, 12. Juni 2003
Weißes Rauschen. Weißer Rausch. Seit gestern segeln "szenetypisch verpackte" (Welche Szene? Justizszene?) Rauschgiftpäckchen geisterschiffgleich durch die Presselandschaft. Päckchen, deren Inhalt noch untersucht wird. Und N-TV bringt schon ein "Video: Friedman kommentiert die Vorwürfe nicht." Renaissance des Stummfilms? Oder: So geht spekulativer Journalismus. [via C********] [ak, 10:53 · referenzieren · ] Sprachdefizit Merkwürdigste Erfahrung des vergangenen Tages: Das Nietenmuster am Eisernen Steg zu betrachten und zu bedauern, Brailleschrift nicht zu beherrschen. [ak, 03:08 · referenzieren · ] Mittwoch, 11. Juni 2003
Handarbeiten Neudeutsche Kanonerweiterung: Networking. [ak, 19:59 · referenzieren · ] Konjunkturklima. Selbst der Türsteher – wobei: Türsteher verwehren ja eher Einlass – mit der Prinz-Heinrich-Mütze und dem niederländischen Akzent vor dem Etablissement mit den lackledernen Auslagen und einem lebensgroßen Gina Wild-Pappständer resigniert vor den Temperaturen, die die Passanten zu einem mühseligen Waten durch den Bahnhofsviertelmief zwingen. Kein »einfach mal hereingeschaut.« heute, mit rollenden R. Die frühlingshafte Geschäftstüchtigkeit der Junkies und Hütchenspieler: hinweggeschmolzen. Fußgänger drängeln die Hauswände entlang über mittäglich schmale Schattenstreifen. In Hauseingängen suchen glasige Blicke auf gekreuzten Unterarmen Schutz vor dem gleißenden Licht. Die in den Dönerbuden rotierenden Fleischzylinder bräunen sich ungestört. Schweißperlen auf der Stirn werden mit einem grünen Thai-Curry verklärt. [ak, 15:45 · referenzieren · ] Dienstag, 10. Juni 2003
Kühler Keller in Blau-Orange Erquicklicher Ausklang des verlängerten Wochenendes auf nachbarliche Empfehlung in der franKFUrter schule. Lesung, neben Andrea die Urmitglieder der Tage des Widerstands Tim und Tilmann. Angenehm reduzierte Kellerbar, im Licht der blau-orange hintergrundbeleuchteten Scheiben erscheinen grüne Heineken-Flaschen wie eine blau gefärbte alkoholfreie Produktvariation (oder -aberration? Und wieso wird solcherart kastriertes Bier gerade blau markiert?). Unter den Zuhörern auch Tine und Alex. Und in der Besenkammer versteckt Bodo, betraut mit der Aufnahme der Lesebeiträge. Bei großzügiger Zählung komme ich auf eine Bloggerquote von 6,0 an diesem Wochenende. [ak, 15:53 · referenzieren · ] Ich patchworke eine Familie Gestern eine ältere Schwester, und dann »Kommt, Kinners« als Spontanadoption verstanden und damit noch einen jüngeren Bruder. [ak, 01:41 · referenzieren · ] Montag, 9. Juni 2003
Peinlich. Schmerzlich. Hätte ich gewarnt sein müssen, als an der Kasse im Mousonturm schon davon gesprochen wurde, Chan Marshall und Band seien schon heftig am Bechern? Cat Powers Auftritt steuerte nach wenigen Songs in eine meinen Magen verkrampfende Unerträglichkeit. Sie, heftig trinkend, fahrig mit der Frau am Mischpult argumentiertend, ohne das Dröhnen des industrieblechernen Saalbodens zu mindern. Ohne Besserung der Akustik erfolgte an das Publikum der Aufforderung, sich zu setzen. Mein guter Wille verbuchte das unter Exzentrik, Marottenhaftigkeit. Weitere Diskussionen mit der Band, worauf diese die Bühne verließ. Chan Marshall, allein, nur von hinten beleuchtet, links auf der Bühne trank weiter, rauchte weiter, erzählte weiter, steigerte sich ihre Unwilligkeit. Ein zaghafter (aber nicht unberechtigter) Zuruf »You behave like an asshole« wurde mit einer Tirade am Klavier beantwortet. Zum Klima aus Beleidigtheit und Vorwürfen stieß jetzt Aggressivität. Schmerzende Peinlichkeit. Ich wünschte, jemand – aus der Band, die Frau am Mischpult, der Mousonturm – hätte den Strom abgestellt, wäre auf die Bühne gegangen, hätte Chan Marshall weggeführt. Vielleicht hat es ja noch jemand getan. Mein Gefühl des Nicht-mehr-mitansehen-wollens ließ K****** und mich gehen. Sprachlos durch das Foyer, hochgradig alkoholbedürftig. Auf der Berger Straße überholt uns noch eine blonde Radfahrerin: »Ihr habt's auch nicht mehr ausgehalten?« Nein, es war nicht zum Aushalten. Nachts noch Your Are Free angehört. Wunderschöne Platte. Selbstversicherung und der Versuch, die Erinnerung an das Konzert über den Gehörgang zu sublimieren. [ak, 18:34 · referenzieren · ] Sonntag, 8. Juni 2003
Moers: Reprise Wie riecht ein Jazz-Festival? Im Zelt? Sommerliche Temperaturen kombinierten Stickigkeit mit dem (unerklärlichen) Geruch von Pferdemist. Während des Dagegen-Antrommelns Bill Brufords, im Duo mit einem beherzt in die Tasten und Saiten des Pianos greifenden Michiel Borstlap, wurde das Zeltdach endlich etwas geöffnet. Der Sonnenstrahl, lichsäulengleich durch Dunst schneidend, verscheucht ein tanzendes Paar zurück in den erträglicheren Schatten. Pause im schattig-schönen Schlosspark. Enten schwimmen auf dem Schlossgraben hin und her. Aus der Ferne klingt improvisiertes Klarinetten- und Akkordeonspiel herüber. Grübelfalten ebnen sich ein. Die Chan Band tritt mit japanischen Buto-Tänzern auf. Fremd, kryptisch, und dabei klingt die Musik sehr nah, vertraut, Kurt Weill-artig. Ayako Sasaki, Bandenchefin und Sängerin intoniert in der Mitte des Auftritts ihre Deutschkenntnisse: »Ein Bier, zwei Bier, drei Bier.« Akzeptables Tagesmotto, und das Publikum singt begeistert mit. Spektakulärer Abschluss der Tanz von Kenichiro Hoshino auf dem Holzpodest inmitten des Innenraums. Eindruckvollster Auftritt des Tages. Den Schlusspunkt setzen die Spanier von Ojos de Brujo. Flamenco, Rumba, vermengt mit Reggae, Funk, Hiphop. Mich beschleicht das Gefühl, dieses oder ähnliches bereits oftmals gehört zu haben. Die ersten Lieder werden mit einem Polit-Statement aus der globalen Attac-Schule eingeleitet. Die Sängerin findet mit ihrer bandagierten Filzlockenturmfrisur zahlreiche Ebenbilder im jungen Publikum. Ein Spanier neben mir brüllt immer wieder "Gazpacho" und wird auch nach dem Joint nicht ruhiger. Die Videoleinwand überr der Bühne zeigt Skater, Graffitis, Politaktionen. Anti-Globalisierung-Eintopf. Geschmackvoll, aber eintönig. Ich hatte mehr erwartet. Draußen rasseln die Jalousien der Bierbuden. Becher werden gestapelt. Keine Zugabe mehr. Verstreute Personengruppen, trinkend, sich unterhaltend, verteilen sich auf der Rasenfläche neben dem Zelt. Ich fühle mich durch einen blauen Wickelrock verfolgt. Angenehm. [ak, 17:35 · referenzieren · ] Tachylalie: Klingen »wie ein Maschinengewehr mit Ladehemmung.« Die Zeit in einem Artikel über einen forensischen Phonetiker. [ak, 17:24 · referenzieren · ] Lichtblick am Hungerhorizont Wenn kirmesbunt beleuchtete Dönerbuden, der Innenraum neonhell strahlend, zu Lichtblicken werden. [ak, 02:05 · referenzieren · ] Nächste Seite |
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