| frapp.antville.org | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| frappieren swV. 'in Erstaunen versetzen, befremden', sondersprachl. Im 18. Jh. entlehnt aus frz. frapper (wörtlich: 'schlagen'), aus frk. *hrapon 'raufen, raffen', zu ahd. *raffon (dass.). Die Bedeutungsentwicklung hin zu 'entfremden' wohl auf Basis des Überraschungseffektes eines plötzlichen Schlages (vgl. ne. striking). | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Dienstag, 2. Oktober 2001
Ist doch echt bescheuert Zum einen freue ich mich auf das heutige Konzert Chick Corea & Gonzalo Rubalcaba in der Alten Oper Frankfurt), zum anderen steigert sich in mir eine gewisse innere Beklemmung: Was soll ich sagen, was tun? Ist nicht sowieso alles verkehrt?! Man ahnt es schon, es geht wieder auf eine Verabredung mit C*****. Meine aktuelle Planung sieht die Investition in eine Rose vor, kitschig? Aber mir ist danach! Ich bin offensichtlich noch nicht soweit, unabhängig zu tun, was ich für richtig halte. WARUM DENN NICHT?! Das eine Trennung zu einer solchen Beschädigung der persönlichen Integrität führt, hätte ich mir nie vorstellen können. Dieses Eingeständnis kann zwar schon ein erster Heilungsschritt sein, aber es geht doch unendlich langsam und vor Rückfällen scheint man(n) auch nicht gefeit zu sein. [kellers, 18:41 · referenzieren · ] Montag, 1. Oktober 2001
Korrektur Die witzigen Zeichnungen in "Die fabelhafte Welt der Amelie" stammen natürlich nicht von Alexander Hacke (dem Autor von "Der kleine König Dezember"), sondern von Michael Sowa. Dieser wiederum ist Haus-und-Hof-Illustrator des Haffmans Verlages (besonders hübsch: Seine Titelblätter zu der Karl May-Ausgabe.) [kellers, 19:58 · referenzieren · ] Attacke!!!! Was sonst noch vom Tage übrig blieb (naja, ist ja noch nicht so spät ... dennoch): Pendle heute schon den ganzen Tag zwischen den Infoportalen von FTD, FAZ und CNN und versuche die seit gestern Abend kursierende Nachricht eines in 24 Stunden bevorstehenden Angriffs der USA auf Afghanistan zu verifizieren oder zu falsifizieren. Erstaunlich dabei die Inkongruenz der Nachrichten aus UK (Tony Blair soll Angriffe verkünden), und aus der amerikanischen Regierung das genaue Gegenteil. Abgestimmte Verwirrungstaktik? Wichtigmacherei?! In meiner Verwirrung über den Zustand der vernetzten Welt bin ich mir nicht mal sicher, ob ich irgendein Ereignis präferieren würde, da ich mich außerstande sehe, Konsequenzen abzusehen (und da denke ich, bin ich nicht alleine). Inwieweit kann man sich heute überhaupt noch über Nachrichten, aktuelle Entwicklungen austauschen. Die technischen Möglichkeiten zur Kommunikation sind immens angestiegen, gerade auch durch das Internet. Aber wenn wir Kommunikation über den nackten Austausch von Informationen hinaus denken wollen, so stellt sich die Frage, ob die globale Vernetzung nicht auch dazu geführt hat, Kontexte, in denen wir uns gegenseitig verstehen können, zu partikularisieren & zu individualisieren. Die Schnittmenge zweier x-beliebiger Kontexte ist aufgrund der Kommunikations- und Informationsflut stetig am schrumpfen, in vielen Fällen auch wohl schon gleich 0. Man denke sich in unseren Großorganisationen von Familie, Freundeskreis, Nation, Gesellschaft mal den Schnitt über alle Kontexte?! Und das Schweigen wäre gewaltig! Der 11. September 2001 und seine (noch nicht absehbaren) Folgen wirft philosophische Fragen auf, nur wo sind Sinngeber? Antworten? Wo ist der kluge Diskurs. Oder bloggen wir uns alle in einen kollektive Sprachlosigkeit? It's the end of the world as we know it [REM]: Ohne die Lyrics, den Hintergrund (=Kontext) dieses Songs von Michael Stipe zu kennnen, klingt er aktuell doch gar nicht mehr so positiv?! Also: AUF IN DIE KONZERTE UND ABGEFEIERT! [kellers, 19:39 · referenzieren · ] Sonntag, 30. September 2001
Relax Sitze hier in meinem (noch) Arbeitszimmer, schaue auf einen wunderbar blauen, mit sonnig angestrahlten Wolken durchsetzten Himmel ... und tue: NICHTS! Das Wochenende hat sich dann doch noch überraschend angenehm entwickelt. Danke Ch******! Damit einhergehend auch mal wieder einige positivere Aussagen zum Leben und dem ganzen Rest. Die dritte Wohnungsbesichtigung war zwar auch eine Katastrophe (EG, Straßenbahn und Hauptstraße vor den Fenstern, hinten Blick in dunklen, vermüllten Hinterhof), aber die Maklerin hat noch ein anderes Objekt, ziemlich zentral im Nordend. Wird ja vielleicht was ... Dann ein bisschen Balsam für meine unter Morbus C*****e leidende Seele: Zufälliges Treffen mit dem "Krankheitserreger" auf dem Frankfurter Opernplatz. Früher wäre ich vielleicht einfach vorbeigefahren, aber immerhin liebe ich C*****, also mutig und ehrlich (ehelich statt ehrlich getippt. Freudsche Fehlleistung?!) ansprechen. Tja, selten C***** so sprachlos gesehen! Was wohl daran lag, dass sie dort neu verabredet war. Und der Typ stand dann auch schon hinter mir, als ich noch mit ihr plauderte. Zu klein, zu schütteres Haar, naja glatt & unauffällig. Ich bin vermutlich mit einem ziemlichen Grinsen mit meinem Fahrrad von dannen gezogen. Diese Konkurrenz (?) schreckt mich nicht! Abends dann mit Ch****** erst Kino, dann noch ziemliche Kneipentour. Und hier meine dringende Kinoempfehlung: "Die fabelhafte Welt der Amelie": Wirkt vielleicht komisch, 2 Männer in 1 Frauenfilm (zumindest haben einige Bemerkungen und Kritiken diesen Eindruck von viel Gefühl vermittelt). Irrtum, meine Herren! Hochintelligentes Kino, interessanter Plot, witzige Einfälle (natürlich kein Bruce Willis oder Tomb Raider II). Die bildnerische & dialogische Raffinesse verschlägt einem (fast) die Sprache: Zitat quot;Das Recht auf ein gescheitertes Leben ist unantastbar!" ... wie für's Poesiealbum (oder eben für's WebLog). Also: Reingehen, Spaß haben ohne sich Albernheiten aussetzen zu müssen, an kruden Gesichtern und Charakteren erfreuen, die Ausstattung und Bilder Alexander Hackes genießen! Zu letzterem: Ergänzend Der kleine König Dezember, Antje Kunstmann Verlag, von ihm (zumindest mit seinen Illustrationen)! Kaufen!! Lesen!!! Kneipentour dann wieder ziemlicher Standard: Ein paar Biere im e5motion, dann auf einen Drink in's Fifth Element, die Hohemesse der Cocktail-Kultur dann wieder in der Luna Bar zelebriert. [kellers, 19:30 · referenzieren · ] Samstag, 29. September 2001
Durchmischungen Ein durchmischtes Wochenende nach einer persönlich schrecklichen Woche. Irgendwie die ganze Woche über ein flaues Gefühl in der Magengegend verspürt. Zur Behandlung habe ich mir dann Kneipen- und Barbesuche verordnet. Hat nicht geholfen, aber ausreichend abgelenkt. Zudem Freunde alarmiert und (sanft?) gezwungen, mit mir Abends um die Häuser zu ziehen. Gesund ist das nicht. Und bekommt auch nicht meiner Absicht, wieder etwas mehr zu lesen. Habe mich dafür auf das leidige Thema Wohnungssuche gestürzt (ob die Magenprobleme daher rühren?). Zur Zeit herrscht in Frankfurt ein ziemlich enger Markt und (fast) alle Objekte laufen über Makler. Ich kann es den Vermietern ja nicht verdenken, dass sie sich dieser Vermittlungsdienstleistungen bedienen: Wer möchte sich schon mit Erscheinen der Anzeige der Anrufe nicht mehr erwehren können. Habe zum aktuellen Zeitpunkt gerade mal 2 Wohnungen angeschaut. Leider haben beide Wohnungen auch so ihre Mängel. Also weitersuchen. Was mir sonst noch fehlt: Einen Anleitung zum Werben von Frauen! Hört sich komisch an, ist in heutigen emanzipierten, gleichberechtigten, libertinären und gleichzeitig konservativen Zeiten meines Erachtens (und meiner Erfahrung) nach, kein Standardwissen meiner Generation mehr. Und ich will! Also eigentlich nicht "Werben" sondern Wiederwerben. Kopf & Bauch & Herz leiden unter dringenden Entzugserscheinungen. Gibt's in der medizinischen Fachpresse eigentlich Morbus C*****e? Was mir sonst noch fehlt: Ruhe und Selbstachtung. Die ursächliche Begründung ist wohl meine Erkrankung an Morbus C*****e. Aber dieses hat Auswirkungen, die physisch, psychisch und überhaupt auf Dauer nicht zu ertragen sind. Dummerweise empfehlen mir viele Laienanalytiker das Loslassen. Versucht mal, Euer eigenes Herz loszulassen. Da bin ich zumindest nicht redundant ausgelegt. Im Kopf geht's und der krampfende Magen ist auch zu überstehen. Was mir sonst noch fehlt: Wissen über Sigmund Freuds Traumdeutung: Überraschenderweise heute früh (sehr früh, von 5:30 - 7:30 Uhr) immer wieder durch einen Traum aufgewacht. Überraschend deshalb, weil ich mich sonst am Morgen nach dem Aufstehen nicht daran erinnern kann, geträumt zu haben, geschweige denn, was. Fühle mich heute auch etwas gerädert, nicht wirklich erholt (was wiederum an den 2 Mojitos des gestrigen Abends liegen kann). Achja, der Traum handelte von der Person hinter Morbus C*****e und einem Kind?!? Bedenklich!!! [kellers, 19:27 · referenzieren · ] Freitag, 28. September 2001
Little Big George W. Zweieinhalb Wochen nach dem Anschlag auf das WTC und das Pentagon reduziert sich die allgemeine Anspannung wieder langsam. Ich hatte eine kurzentschlossenere Reaktion der USA unter Präsident George W. Bush erwartet. Erleichterung, dass er in seinem Kabinett alter Haudegen doch genug Besonnenheit hat, nicht "zurückzuhauen". Symbolische Aktionen werden die Situation keinstenfalls (gibt's diesen Superlativ?) verbessern. Stellen wir uns also auf ein Leben in Unsicherheit, zumindest Undurchsichtigkeit ein. Und diese Unsicherheit ist ja nicht erst seit dem 11. September da. Wer ehrlich ist, wird zugeben, dass Themen wie Biotechnologie und Globalisierung auch nicht gerade zu einem wohligen Sicherheitsgefühl beitragen. Wie lange wird es aber dauern, bis wir neben den Risiken auch die Chancen erkennen und diskutieren? Die diskursive Gesellschaft auf Basis einer liberalen, demokratischen Verfassung? Schon eine Vorstellung, der man ein paar längeren Minuten anhängen kann. In diesen sprachlosen Zeiten! Und was lese ich gerade: Eine Sammlung aktueller Untersuchungen zu Arno Schmidts Zettel's Traum, herausgegeben von Jörg Drews und Doris Pohlschläger. Dazu sind in dieser Sonderlieferung des Bargfelder Boten in der edition text + kritik Briefwechsel und Interviews zu der Raubkopie von Zettel's Traum 1970 enthalten. Im Rückblick über 30 Jahre wirkt manches doch auch antiquiert. Der moralische Impetus, den sich die Raubkopierer attestieren ist in der Post-Post-Moderne schwer zu begreifen. Werde nach dieser Lektüre wohl mal wieder stärker in die Thematik Schmidt & Joyce einsteigen. Warum mich dieses Pärchen nicht loslässt? Ein nicht näher zu bestimmendes Erfolgsgefühl, den Ulysses und Zettel's Traum geschafft zu haben. Ohne literaturwissenschaftlichem Anspruch, aber mit einer nicht zu leugnenden Leidenschaft. Nachtrag: Lese gerade zu meinem letzten Eintrag die Sentenz "kein simpler Grund"? Bodenloser Schwachsinn?! Wie kann es für so ein einschneidendes Ereignis simple Gründe geben? Da lügt sich doch jemand was in die eigene Tasche. ZENSUR ** *** ** ***** **, **** ********** *** ******** ****** *** *** ******** *********** *****. ******** ***** *** ***** ** ***** *********, *** ******* ******** *********** ******* ** ******. *** ** *** **** ***** *******, ******* ****** ** *************** ******** *** ****** ************ ************** *** *** **********, **** ****** *********** *** ************* ***** ************* ** ******** (******: ************). *** ***, *** ** ****** ** ****** ***, **** ***** ***** ******, ********** *** ***** **** *** ***** ******** ** ******. Vielleicht später mehr. [kellers, 19:26 · referenzieren · ] Dienstag, 25. September 2001
Shopping heals Das gesamte Wochenende schon wieder vorbei. Zuviel getrunken. Aber lecker. Die Investitionen in die Frankfurter Autorenbuchhandlung waren satt in der Dreistelligkeit. An Abgedrehtheiten wurde der zweite Teil des Buchs der Könige von Klaus Theweleit erstanden. Zunächst wohl nur Füllstoff für die (immer zu knappen) Regalmeter. Spaß macht aber jetzt schon die (späte) Entdeckung Vladimir Nabokov: Pnin und Lolita (ich weiß, ich weiß, ist vielleicht peinlich, aber aus dem Stellensuchen-Alter bin ich mit dreiundreißig Lenzen doch langsam heraus). Pnin ist der Name eines russischen Emigranten, Professor an einem amerikanischen Kleinstcollege. Witzigkeit und Melancholie in einem schönen, ausgewogenen Verhältnis. Schön gezeichnetes Personal aus dem Amerika der 50er Jahre. Erholsame Abwechselung nach Goethes Werther. Vom Thema her aber dann doch überraschend interessant, unter literarischen Gesichtspunkten natürlich sowieso: Erster deutscher Briefroman, volle Fokussierung auf die Perspektive Werthers (insofern kein dialogischer Briefroman sondern einseitiger Monolog) und seine Befindlichkeiten. Habe den romantischen Anachronisten in mir (wieder)entdeckt. [kellers, 20:24 · referenzieren · ] Achtung: Selbstmitleid?! Aber jetzt mal ehrlich: Warum tue ich mir das an? Vor allem wohl aus meiner eigenen Verzweiflung heraus. ZENSUR:*** ***** ***** *** ****** *** ****** **** *********. **** ******* *****, **** ******* ****, *** *** ********** *** ***. ********* ***** *** *** ****** *** ****** ***** ******* *******, **** *** *************** ************ ***. *** ** ******* ********, **** **** **** ******, *** **** ** *************** *********** ********. *** ***** *******, *** ****** **** 9 ****** *********, *** *** *** *** *** *** ******** *********, *** ****** ****** **************. ********! ********? ****************** ******* *** *** ** *** **********, **** *** *** ***** (** *****) ******** ****** ******. Meine Verzweiflung zehrt täglich, stündlich, minütlich an mir. Freunde sagen / raten mir, loszulassen. Nur das ist der Schritt, vor dem zurückschrecke / zurückscheue. Was tun? Mir ist kotzelend. Das Jahr 2001 wird noch lange Trauerflor tragen. Und gerade dieses Bild müsste ich baldmöglichst aus meinem Kopf heraus bekommen. Also ist dieses WebLog eigentlich auch Therapie. Wen's ärgert oder nicht interessiert ... als Kopfmensch mit eben doch einer gehörigen Portion Gefühl werde ich nicht versuchen, mich hier auf Links (zu verstehen im Kontext von Pullover, nicht WWW) zu wenden, mein Innerstes nach außen kehren: Nur manchmal quillt es doch heraus. [kellers, 19:22 · referenzieren · ] Samstag, 22. September 2001
Medienmacht? Medien-macht? Medien machen? Gestern die Mail mit der Verdächtigung erhalten, die gezeigten Bilder tanzender Palästinenser nach dem Anschlag auf das WTC stammten aus dem Jahr 1991 nach dem Einmarsch in Kuwait. CNN-Bashing? Erschreckend, die Leichtgläubigkeit in aufgeregten Zeiten. Zumindest konnte man am gleichen Tag auf den CNN-Homepage ein offizielles Dementi lesen inkl. einer Erklärung der brasilianischen Universität, an der dieses Gerücht seinen Ursprung genommen hatte. Reicht unsere Medienkompetenz in der ubiquitären Instant-Informationsgesellschaft aus? Muss mal wieder Vilem Flusser mit seinen Beobachtungen und Mahnungen zur allgemeinen Beschleunigung der Welt lesen. Diese Mail war nur ein einzelner Auslöser, hat mich aber zutiefst angekotzt. Und angekotzt hat mich auch die Tatsache, dass ich die Mail nicht von irgendwem, sondern von (einer) Bekannten erhalten habe, die ich — nicht zuletzt aufgrund ihrer Intelligenz — schätze. P.S.:Ich attestiere mir durchaus selbstkritisch eine gewisse Gereiztheit und Irritation. Undurchsichtige Zeiten, und keine Aufklärung in Sicht. [kellers, 19:21 · referenzieren · ] Bibliomanie Werde gleich zu meinem samstäglichen Bücherkauf aufbrechen. Empfehlung an alle, die sich für "ungewöhnliche" Literatur (und schöne Bücher) interessieren: Die Reihe Andere Bibliothek aus dem Eichborn-Verlag (naja). Schön in dem Sinne von Bleisatz, Leinenumschlag und Fadenbindung. Gutes Papier, schön gesetzt. Ich habe zuletzt aus dieser Reihe Samuel Butlers Erewhon gelesen (Achtung, Anagramm): Ätzende anglistische Satire auf Utopie- (=Nowhere, s.o.) auf Moralvorstellungen "moderner" Gesellschaften. Treibt einem das eine oder andere Mal die Mundwinkel in grinsende Breite. Alternativ (oder ergänzend) Jonathan Swifts Gullivers Reisen lesen (und zwar alle vier Bücher in der nicht-kindgerechten Adaption eines Märchenbuches. Oder — gab's auch mal in Deutschland — Johann Gottfried Schnabels Insel Felsenburg. [kellers, 19:19 · referenzieren · ] Donnerstag, 20. September 2001
Leseleiden Lese den Alltäglichkeiten zum Trotz aktuell Die Leiden des jungen Werther vom guten, alten Goethe. Von den sprachlichen Aspekten sehr interessant und faszinierend. Beim Lesen von Märgen misse ich schon ein solides linguistisches Fundament. Handelt sich hierbei wohl um Dinge, die die Brüder Grimm gesammelt haben. Kluge hilf! Dornseiff, steh' mir bei!! Besonders schön kontrastiert diese Lektüre mit dem Hören von Last Exit! Mein aktueller Favorit ist Köln Live. Wummt ganz ordentlich, wenn die Herren Brötzmann, Sharrock und Laswell in's Horn stoßen, auf die Pauke hauen, an den Saiten zupfen (wobei zupfen ein hier viel zu schwaches Verb ist ... aber "reißen" passt auch nicht so recht). Ach ja, noch zum gehypten Start der Serie Sex and the City in Deutschland. Ich kann ja schon verstehen, dass der Sender Pro 7 (dieses eine Perlchen im Kirch-Imperium) den Vergleich mit Ally McBeal als Marketing-Hebel bemüht. Aber mal ehrlich: Die Witzigkeit der Dialoge ist deutlich über deutschen Standard. Und auch die Synchronisation ist ordentlich. Aber wo bleibt der Drive, der Elan, der Schwung. Das ganze ist für mich zu episodenhaft. Und wie nach Star Wars - Episode I vergeht mir aufgrund fehlender Stringenz die Lust, noch häufig von diesen New Yorker Singles (in der weiblichen Ausprägung) zu hören / sehen. Und die bisher gezeigten / gezeichneten Männer?! Skipper ist als Karikatur für meinen Geschmack überzeichnet. Oh Wunder, dass die Macher ihn nicht mit Jutetasche ausgestattet haben. Dem Rest des männlichen Personals ist der Auftritt in einem Roman von Bret Easton Ellis zu wünschen. Oder kommen sie gar daher? Ihre Gelacktheit und Ihr Urge for Sex sind doch eindeutige Indizien. Also: Noch ein paar Versuche, aber sonst wieder nur Ally (vor allem wegen der Verschrobenheit eines John Cage — und wer weiß, vielleicht hätte sogar der komponierende Namensvetter seine Freude an dem Witz). [kellers, 19:17 · referenzieren · ] Mittwoch, 19. September 2001
Anmerkungen zur Einführung Ach ja, ganz vergessen: Der Themenbereich wird sich über Gott und die Welt erstrecken. Da ich bei ersterem noch keine sichere Existenzgrundlage sehe und letztere zunehmend aus den Fugen gerät: Alles & Nichts! Worüber hier berichtet werden wird? Keine Ahnung, am ehesten über (all)tägliche Befindlichkeiten eines Mittdreißigers und sein Leiden an der Welt (naja, so depressiv wird's schon nicht werden). Lassen wir die nächsten Posting eintrudeln und schauen, wie es uns dabei ergeht. Nachtrag: inzwischen sowohl einen schönen Namen für dieses Weblog gefunden. Zwischenzeitlich lautete er KellersInn, eine doch etwas bemühte, holpernde Spielerei mit verschiedenen Lesweisen: Keller-Sinn verspricht eine Tiefgründigkeit, die ich hier nicht einhalten möchte. Abgedrehtheit wäre eine sinnvollere Beschreibung (nebenbei: gibt es den Komparativ von "sinnvoll"?). Die andere Lesweise Kellers-Inn spielt ein wenig mit meinem Namen ist der seltenen Genitiv-Ausprägung. Das nachgestellte "Inn" verspricht Kneipenatmosphäre ... auch nicht schlecht, oder? [kellers, 19:16 · referenzieren · ] |
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